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Gigantische Schwefelwolke breitet sich weiter aus - und zieht jetzt schon nach Spitzbergen

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Von: Martina Lippl

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Vulkanausbruch La Palma: Schwefelwolke zieht über Deutschland bis nach Spitzbergen.
Vulkanausbruch La Palma: Schwefelwolke zieht über Deutschland bis nach Spitzbergen. © Screenshot Twitter Copernicus EU

Der Vulkan auf La Palma spuckt seit mehr als einer Woche Lava und Asche. Die Schwefeldioxid-Wolke breitet sich immer weiter nach Europa aus.

München - Eine gewaltige Schwefelwolke zieht von La Palma Richtung Europa und Deutschland. Seit dem Vulkanausbruch Cumbre Vieja auf der kanarischen Urlaubsinsel gelangen täglich tausende Tonnen Schwefelgase (SO₂) in die Atmosphäre.

Vulkanausbruch auf La Palma: Schwefelwolke zieht nach Spitzbergen

Die vulkanische Gaswolke von La Palma wird am 28. September um 20 Uhr UTC Spitzbergen erreichen, twittert Copernicus EU. So laute die Prognose von CAMS (EU Copernicus Atmosphere Monitoring). Diese gigantische Ausbreitung der Schwefelwolke haben die Forschenden mit einer Karte visualisiert. Die Wolke ist an einigen Stellen tief dunkelrot eingefärbt, über Deutschland sind einige hell orangefarbene Flecken zu erkennen. Vor fast drei Tagen erreichte die Schwefelwolke schon den Westen Deutschlands

Schwefeldioxid ist eigentlich unsichtbar. Doch per Satellit lassen sich Gaswolken mit sogenannten Spektrometer oder auch Radiometer beobachten. CAMS überwacht nach eigenen Angaben die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf die Zusammensetzung der Atmosphäre, wenn Schwefeldioxid und andere Schadstoffe vom Vulkan abtransportiert werden.

Vulkanausbruch auf La Palma: Ist die Schwefelwolke für Menschen gefährlich?

Hauptbestandteil fast aller vulkanischer Gase sind neben Schwefeldioxid (SO₂) auch Wasserdampf und Kohlendioxid (CO₂). Die Vulkangase spielen eine wichtige Rolle bei der Vorhersage von Vulkanausbrüchen. Oft kündigt sich ein Vulkanausbruch durch erhöhten Gasausstoß an. Sind Schwefelgase zu messen, kann ein Ausbruch kurz bevor stehen.

Schwefeldioxid ist ein giftiges Gas. Es kann die Schleimhäute reizen. Augen- und Atemprobleme verursachen. Doch für Menschen ist die Schwefelwolke aus La Palma keine Gefahr.

„Die Auswirkungen des von Cumbre Vieja freigesetzten SO2 auf Wetter und Luftqualität an der Oberfläche sind wahrscheinlich sehr gering“, sagte Mark Parrington, Senior Scientist beim Copernicus Atmosphere Monitoring Service des ECMWF in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Der größte Teil des emittierten SO2 befindet sich viel höher in der Atmosphäre, insbesondere wenn man sich weiter von der Quelle entfernt, und könnte nur als leichter Dunst am Himmel sichtbar sein.“

Schwefeldioxid SO₂ kann jedoch Pflanzen schädigen. Saurere Regen ist für die Vegetation tödlich. Er lässt Gras und Weiden verdorren, verunreinigt Wasserquellen.

Berühmtes Beispiel: Der Ausbruch des Laki 1783 auf Island. Gase und Asche des Laki waren von Luftströmungen über ganz Europa verteilt worden. Bei dem Vulkanausbruch sind 8 Millionen Tonnen Fluorwasserstoff und etwa 120 Millionen Tonnen Schwefeldioxid ausgeströmt. Sie verursachten den sogenannten „Laki-Dunst“ über Europa, der laut icelandreview.com zu weit verbreitete Todesfällen bei Menschen und Tieren, Dürre, und Hungersnot führte.

Vulkanausbruch auf La Palma - Behörden warnen vor giftigen Gasen

Der Vulkanausbruch auf La Palma sorgt für gespenstische Momente. Die Lava bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg zum Meer - zerstört alles. Die Lage ändert sich stündlich. Nachdem ein Lavastrom erst gestoppt war, zermalmte er am Sonntag eine Kirche auf der Urlaubsinsel. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die 1000 Grad heiße Lava sich ins Meer ergießt. In vier Orten wurde eine Ausgangssperre verhängt. 300 Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Denn, wenn Lava auf das salzige Meerwasser trifft, kommt es nach Ansicht von Experten zu einer heftigen Explosion. Giftige Gase mit Salzsäure können dabei entstehen. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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