Lage spitzt sich am Wochenende weiter zu

Hochwasser-Alarm in Norditalien: Schlammlawine rutscht in Hotel am Gardasee - Überschwemmungen in Südtirol

  • Christina Denk
    VonChristina Denk
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Norditalien hat das Extremwetter erneut getroffen. Überschwemmungen und Erdrutsche gefährden unter anderem erneut den Comer und den Gardasee. Aber auch Südtirol ist betroffen.

Garda - Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Norden Italiens mit extremem Wetter zu kämpfen. Am Gardasee wüteten Stürme, am Comer See kam es zu Überschwemmungen und abrutschenden Hängen. Nun ist der Norden Italiens erneut von Hochwasser und Erdrutschen geplagt.

Hochwasser-Alarm in Norditalien: Überschwemmungen treffen Südtirol - Campingplatz am Comer See evakuiert

Die zweithöchste von vier Warnstufen: Am Donnerstag (5. August) war die Feuerwehr in Norditalien mit rund 1000 Männern und Frauen im Einsatz. In Brixen, Südtirol, kam es zu Überschwemmungen. Auch im knapp 14 Kilometer entfernten Klausen warnte der Zivilschutz. Der Fluss Eisack war über die Ufer getreten. Bewohner sollten ihre Autos aus den Tiefgaragen fahren und Vorbereitungen treffen, so die Feuerwehr.

Auch Südtirol hat derzeit mit Wassermassen und Überschwemmungen zu kämpfen.

Nicht nur Südtirol war betroffen, auch der Comer See, der zuletzt bereits stark von Unwettern betroffen war, trat laut der Nachrichtenagentur Ansa zeitweise über die Ufer. Er überspülte einige Straßen in Como. Ein Campingplatz in der Ortschaft Dervio musste demnach evakuiert werden. Um Mailand warnte die Feuerwehr vor Hochwasser am Fluss Seveso.

Hochwasser-Alarm in Norditalien: Schlammlawine rutscht in Hotel am Gardasee

Der anhaltende Regen und die Überschwemmungen bergen weitere Gefahren. Die Böden sind aktuell sehr nass und können kaum mehr Wasser aufnehmen. Bedingt durch die Lage am Rande der Alpen fällt in Norditalien bereits im Normalfall mehr Regen als beispielsweise in vielen Orten in Deutschland. Zwischen Juli und August sind laut climate-data.org und der Klimatabelle in Como im Schnitt 140 bis 150 Liter pro Quadratmeter normal. Doch Ende Juli fielen am Comer See teilweise über 50 Liter Regen pro Quadratmeter an einem einzigen Tagen. Neuer Regen auf den sehr nassen Böden birgt nun die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen, so wie es in den letzten Tagen am Gardasee und in Südtirol passierte.

In Südtirol mussten wegen Erdrutschen Straßen gesperrt werden, darunter die Brennerstaatsstraße. Am Gardasee schoben sich Schlammmassen in die Essensräume eines Hotels in Limone sul Garda. Die Gäste könnten jedoch in ihren Zimmern bleiben, sagte eine Hotelmitarbeiterin der dpa. Die Schlafräume seien nicht betroffen. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete jedoch, dass 100 Gäste in der Nacht in Sicherheit gebracht werden mussten. Es gab demnach keine Verletzten.

Hochwasser-Alarm in Norditalien: Die Lage spitzt sich am Wochenende weiter zu

Am Freitag (6. August) entspannte sich die Lage vielerorts langsam. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Für das Wochenende werden erneut Gewitter in den Alpenregionen erwartet. Währenddessen kämpft der Süden Italiens mit Hitze und Feuern. In den letzten zwölf Stunden seien die Helfer unter anderem in Sizilien und Kalabrien zu 395 Einsätzen ausgerückt, erklärte die Feuerwehr am Freitagvormittag. (chd/dpa)

Rubriklistenbild: ©  LFV Südtirol/dpa

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