1. Startseite
  2. Welt

Hitzetote, Tropensturm und brennendes Meer: Nordamerika erlebt Tage der Wetterkatastrophen - ein Überblick

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Schmid

Kommentare

An Westküste der USA und wie hier in Kanada wüten gleich mehrere Waldbrände.
Teile Nordamerikas erleben aktuell unruige Zeiten. An Westküste der USA und wie hier in Kanada wüten gleich mehrere Waldbrände. © Darryl Dyck/imago-images

Hitzetote, Waldbrände und die Sorge vor dem nächsten Sturm. Nordamerika spürt die Folgen des Klimawandels aktuell mehr als deutlich. Ein Überblick über die jüngsten Ereignisse.

New York - Nordamerika erlebt aktuell eine unruhige Wetterlage. Ein unerwünschtes Wetterphänomen jagt das nächste. Kanada und die Küsten der USA sind betroffen. Obendrein kommt es in Mexiko zu einem ungewöhnlichen Unfall. Das Meer steht in Flammen.

Wetter in Kanada: Rekordtemperaturen von fast 50 Grad - rund 500 Hitzetote

Im Westen Kanadas sorgte eine beispiellose Hitzewelle für etwa 500 Todesfälle. In der Provinz British Columbia wurden binnen fünf Tagen 486 Tote registriert, während üblicherweise in einem solchen Zeitraum im Durchschnitt 165 Todesfälle gemeldet werden. Vor Ort waren zuvor Rekordtemperaturen von 49,6 Grad gemessen worden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes handelt es sich um ein „noch nie dagewesenes Ereignis“ – welches nun weitere Kreise zieht.

Mittlerweile ist die Hitze etwas abgekühlt, doch die anhaltende Trockenheit und weiterhin hohe Temperaturen begünstigten Waldbrände. Das kanadische Militär ist wegen der Waldbrandgefahr in Alarmbereitschaft. Allein in British Columbia listeten die Behörden am Samstag 174 Feuer auf. Am schlimmsten hatte es dort die kleine Ortschaft Lytton getroffen, die durch ein schnell um sich greifendes Feuer fast komplett zerstört worden war. 

Wetter an der Westküste: Waldbrände rund um Kalifornien

Waldbrände bereiten auch den Menschen in Kalifornien Sorge. Wegen hoher Feuergefahr haben die Behörden für den Norden Kaliforniens eine „Red-Flag“-Warnung herausgegeben. Trockengewitter mit Blitzschlägen könnten die Lage verschärfen. Begünstigt durch starke Winde und Trockenheit haben bereits mehrere Brände in der Region schwere Schäden angerichtet.

Weiter südlich, in den US-Bundesstaaten Washington und Oregon, herrschten ebenfalls rekordverdächtige Temperaturen. Durch die Feuer wurden bereits fast 40.000 Hektar niedergebrannt, darunter auch ein beliebtes Touristengebiet. Die extrem hohen Temperaturen werden durch das Phänomen der „Hitzekuppel“ ausgelöst. Das heißt, der Hochdruck in der Atmosphäre hält die heiße Luft in der Region fest. Der globale Klimawandel führt zum häufigeren Auftreten von Hitzewellen.

Für die kommende Woche werden für Nordkalifornien erneut hohe Temperaturen vorhergesagt. Kalifornien hat in diesem Jahr bereits rund 600 Waldbrände mehr verzeichnet als im Vorjahreszeitraum - dabei war das Jahr 2020 hinsichtlich der Waldbrände das schlimmste Jahr der jüngeren Geschichte.

Wetter an der Ostküste: „Elsa“ fegt durch die Karibik - Florida in Sorge

An der Ostküste bereiten sich die Menschen derzeit auf den Tropensturm „Elsa“ vor. Am Sonntag wird er voraussichtlich Kuba und Jamaika erreichen. Es drohen heftige Regenfälle und Sturmfluten. Am Montag wird „Elsa“ an der Ostküste um den US-Bundesstaat Florida erwartet.

Die Folgen des Wetterphänomens sind noch nicht exakt abzuschätzen. „Elsa“ war ursprünglich als Hurrikan eingestuft worden, verlor dann allerdings etwas an Wucht und gilt seitdem als Tropensturm. Zwei Menschen aus der Dominikanischen Republik starben an den Folgen von „Elsa“. Auf der Insel St. Lucia soll es einen Todesfall gegeben haben. Floridas Gouverneur Ron DeSantis erklärte den Notstand für 15 Bezirke.

Tropensturm auf der Dominikansichen Republik
„Elsa“ erreicht die Küste der Dominikanischen Republik. Mindestens zwei Menschen sind gestorben. Ein 15-Jähriger und eine 75-Jährige. © Orlando Barría/imago-images

Wetter in Mexiko: „Feuerauge“ nach Pipeline-Unglück

Es ist ein ungewöhnlicher wie erschreckender Anblick zugleich. Der Golf von Mexiko stand am Freitag (2. Juli) in Flammen. Wegen eines Gaslecks in einer Unterwasser-Pipeline hat es im Meer vor Mexiko gebrannt. Das Feuer wurde nach fünfeinhalb Stunden gelöscht, Verletzte gab es nicht. Im Gedächtnis blieben die schockierenden Bilder: Feurige Gasbälle, die an die Wasseroberfläche schossen, und eine Art Feuerauge erzeugten. Erinnerungen an einen Vulkanausbruch wurden laut. Auch wenn das Ereignis nichts mit Wetterphänomenen zu tun hat, passt es in das zerstörerische Naturbild, das Nordamerika in diesen Tagen abgibt.

Die aktuellen Wetterkatastrophen treffen Nordamerika hart und sind bei Weitem nicht die einzigen in jüngerer Vergangenheit. Der Kontinent ist aufgrund zahlreicher Wetterphänomene stark vom Klimawandel betroffen. In einer Studie aus dem Jahr 2019 heißt es: „Der durch den Menschen verursachte Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit einiger Extremereignisse erhöht.“ Als Beispiele werden Waldbrände und Überschwemmungen genannt. Auf Europa rollt indes eines 50-Grad-Hitze zu.*bw24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA(as)

Auch interessant

Kommentare