1. Startseite
  2. Welt

Deutschland droht massiver Kälteeinbruch - Bayern mittendrin: „Ziemlich harter Winter“ kommt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jonas Raab

Kommentare

Ein Tiefdruckgebiet in der Arktis beeinflusst maßgeblich, wie kalt der Winter in Deutschland wird. Aktuelle Wirren am Nordpol bringen Experten zum Schluss: Es wird eisig!

München - Frostige Aussichten für ganz Deutschland und damit auch für Bayern! Wie warm oder kalt ein Winter in Deutschland wird, hängt in erster Linie mit dem sogenannten Polarwirbel zusammen. Das Tiefdruckgebiet hängt über der Arktis und bündelt dort eiskalte Luft von bis zu minus 80 Grad – bricht der Wirbel allerdings auf, entweicht die arktische Kälte auf die Nordhalbkugel bis nach Deutschland. Laut Meteorologen sprechen gleich mehrere Gründe dafür, dass genau das in den kommenden Wochen und Monaten passiert.

Es klingt paradox: Das Wetter in Deutschland wird arktisch, wenn der eiskalte Polarwirbel schwach ist. Dann nämlich steigt die Chance, dass dessen polare Kaltluft nach Süden ausbricht. Dass diese entscheidende Kaltluftzone in diesem Jahr schwach ist, ist schon länger bekannt. Ein Grund dafür liegt im Arktischen Ozean – beziehungsweise eben nicht: am Nordpol fehlt das Eis im Meer. Das wiederum schwächt den Wirbel und erhöht die Chancen eines sogenannten Polarwirbelsplits.

Schwacher Polarwirbel sorgt für Kälteeinbruch in Deutschland – das steckt dahinter

Dass der Polarwirbel in diesem Jahr vor allem zu Beginn des Winters schwach ausgeprägt ist, erhöhe die Wahrscheinlichkeit für einen Split zusätzlich, erklärt Meteorologin Veronika Krieger beim News-Magazin Karlsruhe Insider. Und dann, wenn es eigentlich schon kompliziert genug wäre, kommt auch noch Höhenwind ins Spiel. Dreht er sich um und kommt plötzlich aus dem Osten anstatt aus dem Westen, spricht man vom „Berliner Phänomen“. Genau das passiert derzeit über Nordamerika und stört den Polarwirbel.

Aus all diesen Faktoren leitet Meteorologe Jan Schenk von The Weather Channel ab, dass es hierzulande im November wegen eines kurzen Wiedererstarkens des Wirbels mild und windig bleibt, im Dezember aber wegen erneuter heftiger Störungen bitterkalt wird. „Da sind wir uns relativ sicher“, sagt er in einem Videobeitrag. Auch Schnee sei gut möglich. Das dürfte auch oder gerade für das alpennah gelegene Bayern gelten.

Kälteeinbruch im Dezember: Meteorologe sagt „ziemlich harten Winter“ voraus

Genug der Theorie: „Im Dezember fallen die Temperaturen. Es könnte einer der kältesten Dezember der letzten zehn Jahre werden. Weiße Weihnachten sind damit auf jeden Fall möglich“, erklärt Schenk. Die Klimamodelle deuten an, dass es im Januar in abgeschwächter Form so weitergeht. „Es könnte einen ziemlich harten Winter geben“, sagt der Meteorologe.

Auch interessant

Kommentare