Luftqualität sinkt

Sahara-Staub: Schleier legt sich über Deutschland - Wetterphänomen birgt jedoch Gefahren

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Schön sieht es ja aus, dieses meteorologische Ereignis. Doch verschiedene Behörden warnen vor dem Saharastaub. Vor allem Allergiker sollten vorsichtig sein.

  • Der Wind bringt zu Wochenbeginn ordentlich Staub nach Deutschland - aus Nordafrika.
  • Das Problem sind nicht nur eine möglicherweise eingeschränkte Sicht auf Straßen sowie verschmutzte Fenster.
  • Bereits Anfang Februar hatte eine solche Wolke in Teilen von Westeuropa die Partikelkonzentration laut DWD vielerorts „hundertfach“ höher steigen lassen als gewöhnlich.

Offenbach - Auch den Meteorologen Jörg Kachelmann fasziniert dieses Wetter-Phänomen. Am Montag sprach er darüber auf Twitter. „Man erkennt jetzt bei genauem Hinsehen gut im Satellitenbild (abseits der hohe Wolken) von NRW und den Niederlanden bis auf die Nordsee den Saharastaub-Schleier“, schrieb er.

Saharastaub - in Deutschland? Ja. Über Europa fegt gerade eine Sandwolke aus der afrikanischen Wüste. Optisch ein Spektakel, war der Himmel doch vielerorts schon orange eingefärbt. Fotos aus der Schweiz (siehe oben) und Frankreich (siehe unten) vom Monatsanfang waren spektakulär. Jetzt ist „Blutregen“ angesagt, wie Merkur.de* berichtet.

Gesundheitlich für bestimmte Menschen aber bedenklich. Vor einer „Verschlechterung der Luftqualität“ hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) gewarnt. Und auch die Experten bei weather.com waren alarmiert - vor allem in Bezug auf Allergiker. Wie die Meteorologen des Portals informieren, sei es nicht selten, dass Stürme in Nordafrika Staub in hohe Höhen aufwirbeln und dieser so nach Nordeuropa gelange.

Der Himmel ist aufgrund eines Wind-Stroms aus der Sahara in Orschwihr in Frankreich orange eingefärbt.

Wetter in Deutschland: Phänomen aus Afrika kann Schleimhäute reizen

Zwar sei der Saharastaub laut Medizinern „nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend“, schreiben sie. Die Körnchen mit einem Durchmesse von etwa 0,1 bis zehn Nanometer seien dafür zu klein. Aber: „Ab einer Konzentration von mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter wird der Wüstenstaub für Pollenallergiker oder Asthmatiker zu einer zusätzlichen Belastung, weil die Atemwege gereizt werden können und sich Allergiesymptome verstärken.“ Es drohen:

  • Nies-Reiz
  • Jucken in den Augen
  • Gereizte Schleimhäute

Wetter-Phänomen Saharastaub plus Pollen - eine Gefahr für Allergiker?


Könnte der Staub, der sich auch auf Pflanzen absetzt, womöglich die Wirkung von Pollen verstärken? Weather.com verneint. Der Saharasand sei nicht chemisch belastet, heißt es in dem Artikel.

Bleibt noch das Thema Luftqualität. Auch der europäische Atmosphärenüberwachungsdienst CAMS warnte vor einer Verschlechterung. Am stärksten betrifft es demnach den Osten Spaniens und Frankreich. Hierzulande werde die Staubkonzentration der Prognose zufolge an diesem Montag zunehmen und bis Mittwoch anhalten.

Rubriklistenbild: © Olivier Maire/dpa

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