Wie gefährlich ist es wirklich?

Giftige Schwefelwolke mit extremer Konzentration über Deutschland - Besorgte Bürger rufen Wetterdienst an

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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Eine giftige Schwefelwolke zieht nach Deutschland. Sie stammt aus dem Vulkan auf La Palma. Die Konzentration ist extrem hoch, doch ist die Vulkanwolke gefährlich?

Offenbach - Von La Palma bewegt sich eine gigantische Schwefelwolke nach Europa. Die Vulkanwolke quert Deutschland und zieht in den nächsten Tagen bis in die Karibik. Das twittert Mark Parrington, Senior Scientist beim Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) des ECMWF. Dazu teilt Parrigton eine Prognose der Schwefelwolke. Die Vulkanwolke sieht gewaltig aus und offenbar ist die Konzentration der Schwefelgase extrem hoch, auch über Deutschland.

Seit dem Vulkanausbruch auf der Urlaubsinsel La Palma (19. September 2021) gelangen täglich tausende Tonnen Schwefelgase (SO₂) in die Atmosphäre. Die Emissionen werden seitdem auch von EU Copernicus mit HIlfe von Satelliten aus dem All überwacht. Eine Vulkanwolke von La Palma ist schon bis nach Spitzbergen gezogen. Vielleicht erinnern sich einige: Ausgerechnet am Tag der Bundestagswahl erreichte die giftige Schwefelwolke Deutschland.

Schwefelgase, wie auch Schwefeldioxid SO₂, sind unsichtbar. Per Satellit lassen sich Gaswolken mit sogenannten Spektrometer oder auch Radiometer beobachten. CAMS überwacht nach eigenen Angaben die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf die Zusammensetzung der Atmosphäre, wenn Schwefeldioxid und andere Schadstoffe vom Vulkan abgesondert werden.

Stoffe in Vulkanwolke für uns gefährlich?

Die Vulkanwolken verunsichern viele. Schwefeldioxid ist ein giftiges Gas. Es kann die Schleimhäute reizen. Augen- und Atemprobleme verursachen. Doch für Menschen ist die Schwefelwolke aus La Palma keine Gefahr.

„Die Auswirkungen des von Cumbre Vieja freigesetzten SO₂ auf Wetter und Luftqualität an der Oberfläche sind wahrscheinlich sehr gering“, sagte Mark Parrington, Senior Scientist beim Copernicus Atmosphere Monitoring Service des ECMWF in einer Pressemitteilung im September. Und weiter: „Der größte Teil des emittierten SO2 befindet sich viel höher in der Atmosphäre, insbesondere wenn man sich weiter von der Quelle entfernt, und könnte nur als leichter Dunst am Himmel sichtbar sein.“ Schwefeldioxid SO₂ kann jedoch Pflanzen schädigen. Saurer Regen ist für die Vegetation tödlich. Er lässt Gras und Weiden verdorren, verunreinigt Wasserquellen.

Wie gefährlich ist die Vulkanwolke? Deutscher Wetterdienst gibt Entwarnung

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht keinen Grund zur Sorge. Tatsächlich würden in der Atmosphäre recht hohe Konzentrationen etwa von Schwefeldioxid gemessen. An Messstationen in Bodennähe gebe es allerdings „so gut wie nichts“.

In der Atmosphäre werde es zu einer „chemischen Reinigung kommen“, im Fall von Niederschlägen könne der Regen „etwas saurer“ als üblich sein, hieß es. Das bedeute angesichts des vorübergehenden Phänomens aber keine erhöhten Gefahren für die Umwelt. „Vor 20, 30 Jahren hatten wir solche PH-Werte noch regelmäßig.“

Beim DWD liefen in den vergangenen Tagen die Telefone nach eigenen Angaben heiß. Berichte über giftige Wolken nach dem Vulkanausbruch auf La Palma führten zu zahlreichen Anrufen besorgter Menschen in Deutschland. Auf La Palma ist kein Ende des Vulkanausbruchs in Sicht. (ml)

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