Unser Meteorologe des Tages

Wetterdienst inszeniert "Gonzalo" als Theaterstück

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München - So wurde Ihnen das Wetter mit Sicherheit noch nie präsentiert: Diplom-Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst hat Sturm "Gonzalo" in einer Art Theaterstück erklärt.

"Die Reihen im Zuschauerraum sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein actionreiches Theaterstück über den Herbst steht auf dem Programm, und dann soll auch noch Gonzalo die Hauptrolle spielen, ein Schauspieler, der aus den Tropen stammt. Das Licht wird verdunkelt, der Vorhang öffnet sich und das Stück beginnt."

Diese Zeilen stammen nicht etwa aus einem Roman oder einer Vorschau aus dem Schauspielhaus, sondern von der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Anlass ist Hurrikan-Ausläufer "Gonzalo", der am Dienstagabend über (Süd-)Deutschland und Teile Europas fegte und für zahlreiche Sturmschäden und Feuerwehreinsätze sorgte.

Diplom-Meteorologe Marcus Beyer.

Anstatt die Wetterlage nur nüchtern zu erklären und die weiteren Aussichten zu vermelden, beweist ein DWD-Meteorologe seine künstlerische Ader und versucht sich an einer völlig anderen Art der Wetteranalyse. "(Ex-)Gonzalo und der Tanz der Blätter" heißt das Werk von Dipl.-Met. Marcus Beyer, der das Sturmtief in Anlehnung an ein Theaterstück inszeniert.

"Gonzalo" in vier Akten

In insgesamt vier Akten wird die Entstehung und Entwicklung von Gonzalo beschrieben. Am 12. Oktober erblickt der Tropensturm "das Licht der Wetterwelt", heißt es im ersten Akt, "Gonzalos Geburt". Weiter geht es im zweiten Akt mit dessen Verwandlung in ein außertropisches Tiefdruckgebiet, bevor Gonzalo im dritten Akt unter dem Titel "(Ex-)Gonzalo mit neuer Kraft" erneut an Fahrt aufnimmt. Inzwischen befinden sich die Zuschauer bereits im Schlussakt. In "Gonzalo und seine Folgen" wird der weitere Verlauf des Sturms prophezeit.

Das komplette Stück gibt es auf der DWD-Homepage zum Nachlesen.

Doch wie kam es überhaupt zu dieser außergewöhnlichen Idee und dürfen wir uns in Zukunft auf weitere "Wetterkunstwerke" freuen? Das wollten wir von Marcus Beyer persönlich wissen. Der Diplom-Meteorologe hat nicht etwa einen Nebenjob in einem Theater, sondern wollte "einfach mal ausprobieren", verrät er. Für die Rubrik "Thema des Tages" sollte der 31-Jährige den Hurrikan "Gonzalo" erklären und überlegte, wie er das am besten machen könnte. Dabei kam ihm die Idee mit dem Theaterstück. Vermutlich bleibt es aber bei einem einmaligen Debüt - das war nur "experimentell", so Beyer.

Schade, finden wir!

vh

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