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Kölner Polizisten dürfen im Dienst nicht mehr WhatsApp benutzen.

Keine Bilder vom Tatort

WhatsApp-Verbot: Kölner Polizisten dürfen den Messenger nicht mehr nutzen

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Eben mal ein Foto eines Unfalls an die Dienststelle schicken, dürfte für Polizisten in Köln nun nicht mehr möglich sein. Das Innenministerium verbietet den Messenger auf allen Diensthandys.

Köln - WhatsApp ist wohl der praktischste Messenger, den es gibt. So gut wie jeder nutzt es, es können gemeinsame Gruppen erstellt werden und Fotos oder Textnachrichten werden in Sekundenschnelle kostenlos verschickt. 

Doch genau da liegt das Problem. Denn auch die Polizei nutzt WhatsApp, um beispielsweise bei Verkehrsunfällen schnell Fotos von tödlich verletzten Personen an die Dienststelle zu schicken, um zügig einen Abgleich mit dem Einwohnermeldeamt zu bekommen. Eigentlich ja kein Problem, doch landen solche brisanten Fotos danach auch immer wieder in privaten Gruppen beim Freundeskreis der Polizisten. 

WhatsApp-Verbot: Polizisten sollen künftig eigenen Messenger bekommen

Deshalb hat die IT-Sicherheit nun auf das Problem reagiert. Auf dienstlichen Smartphones ist die Installation von WhatsApp ab sofort nicht mehr möglich. Künftig soll die Polizei einen eigenen Messenger benutzen, wie Express erfuhr - sowohl die Bundespolizei als auch die Polizei der Länder arbeite derzeit intensiv an einer Lösung. „Wir werden in absehbarer Zeit auf den Diensthandys der Polizei einen eigenen Messenger installieren, der eigens auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist und der den Sicherheitsstandards entspricht“, kündigte Wolfgang Beus vom Düsseldorfer Innenministerium an.

Bis dahin ist WhatsApp zwar verboten, wird aber wohl weiterhin mit privaten Handys auch dienstlich genutzt. Ein Kölner Polizist kritisiert das voreilige Verbot bereits: „Wie wir im digitalen Zeitalter schnell Fotos oder Informationen versenden sollen, um schnell ermitteln zu können, sagt uns niemand.“

WhatsApp-Verbot gilt bereits seit 2014, setzte sich aber kaum durch

Nicht nur die Polizei ist von dem Thema betroffen, auch bei der Berufsfeuerwehr kennt man die Problematik. „Wir achten darauf, dass die Bilder wirklich nur dienstliche Verwendung finden. Bei Überschreitungen wird das umgehend gemeldet“, erklärt ein ranghoher Feuerwehrmann. Dennoch landen immer wieder geheime Berufsfotos in private Hände. 

Eigentlich hat das NRW-Innenministerium bereits 2014 per Erlass verboten, dass WhatsApp aufgrund der „Informationssicherheit“ verwendet werden darf - richtig durchgesetzt hat sich dieses Verbot bisher aber nicht. 

WhatsApp sorgte kürzlich erst mit einer neuen Horror-Funktion für Schlagzeilen. Das Unternehmen kündigte einen drastischen Schritt an. Und auch bei Facebook gibt es Neuerungen - eventuell plant Zuckerberg nun eine eigene Kryptowährung für seine Facebook-User.

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