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„Alle drei Sekunden 100 neue Fälle“: WHO sieht Pandemie-Ende - warnt aber vor neuen Varianten

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Von: Patrick Huljina

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Omikron „schafft eine glaubhafte Hoffnung auf Stabilisierung und Normalisierung“, sagte der WHO-Chef für Europa, Hans Kluge. Dennoch warnen Experten vor voreiligem Optimismus.

Kopenhagen/Genf - Die Corona*-Pandemie dauert inzwischen schon rund zwei Jahre an. In den vergangenen Wochen sorgte Omikron weltweit für einen rasanten Anstieg der Fallzahlen. In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag (24. Januar) mit 840,3 so hoch wie nie zuvor. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht offenbar ein Licht am Ende des Tunnels – warnt allerdings auch vor neuen Varianten.

Corona: WHO erwartet „Zeit der Ruhe“ – Virus hat „uns aber mehr als einmal überrascht“

„Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt“, sagte Hans Kluge am Sonntag (23. Januar) der Nachrichtenagentur AFP. Wenn die derzeitige Omikron-Welle in Europa abgeebbt sei, werde es „für einige Wochen und Monaten eine globale Immunität geben, entweder dank der Impfung oder weil die Menschen wegen einer Infektion Immunität haben“, erklärte der Europa-Chef der WHO weiter.

Zudem würden jahreszeitliche Effekte die Corona-Lage* entspannen, fügte Kluge mit Blick auf den anstehenden Frühling und Sommer hinzu. „Also stellen wir uns darauf ein, dass es eine Zeit der Ruhe geben wird, bevor Covid-19 zurückkommen könnte gegen Ende des Jahres, aber die Pandemie kommt nicht unbedingt zurück“, so die Prognose des WHO-Experten. Omikron „schafft eine glaubhafte Hoffnung auf Stabilisierung und Normalisierung“, so Kluge. Die Variante führe zu wesentlich milderen Verläufen als die zuvor dominierende Delta-Variante.

Während der aktuellen Omikron-Welle wird vermehrt die Hoffnung laut, dass sich Corona* von einer Pandemie* zu einer endemischen Infektion entwickelt, die also wie etwa die Grippe dauerhaft und gehäuft in einer begrenzten Region oder in Teilen der Bevölkerung auftritt. Kluge erklärte: „Es wird viel über eine Endemie geredet, aber endemisch heißt, dass es möglich ist vorherzusagen, was passieren wird.“ Corona habe „uns aber mehr als einmal überrascht, also müssen wir sehr vorsichtig sein“. Daher mahnte er vor weiteren möglichen Mutationen des Virus.

WHO-Chef Tedros warnt vor voreiligem Optimismus – aber: „Können globale Notfallsituation beenden“

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Montag (24. Januar) bei einer Sitzung des Exekutivrates in Genf vor voreiligem Optimismus und will nichts von einer Endphase der Corona-Pandemie wissen. „Es wäre gefährlich anzunehmen, dass Omikron die letzte Variante war und dass wir schon in der Endphase sind“, sagte er. Wegen der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante wurden der WHO vorige Woche alle drei Sekunden 100 neue Fälle aus aller Welt gemeldet. Alle zwölf Sekunden kam ein Todesfall hinzu, berichtete Tedros.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht bei einer Pressekonferenz im Hauptsitz der WHO über das Coronavirus und die globalen Gesundheitsprioritäten im Jahr 2022.
WHO-Chef Tedros warnt vor voreiligem Optimismus zu einem möglichen Ende der Corona-Pandemie. (Archivbild) © Salvatore Di Nolfi/dpa

Doch der WHO-Chef ist sicher: „Wir können Covid-19 als globale Notfallsituation beenden, und wir können es in diesem Jahr tun.“ Dazu müssten jedoch unter anderem die Impflücken in ärmeren Ländern geschlossen werden. Nur wenn in den kommenden Monaten 70 Prozent der Bevölkerung in jedem Land geimpft werden, könne das Virus besiegt werden, sagte Tedros.

In Afrika hätten laut dem WHO-Chef beispielsweise 85 Prozent der Menschen noch keine Corona-Impfung* erhalten. Zudem müssten sie Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden, um die Sterblichkeit zu senken. (ph mit dpa und afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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