+
Die Sommerspiele können wie geplant in Rio de Janeiro stattfinden. Foto: Marcelo Sayao/Archiv

WHO: Keine Olympia-Verlegung wegen Zika nötig

In einem offenen Brief hatten rund 200 Gesundheitsexperten wegen der Zika-Risiken eine Verlegung der Olympischen Spiele gefordert. Die WHO hat auch deshalb erneut beraten. Das Ergebnis wurde mit Spannung erwartet.

Genf (dpa) - Die Olympischen Spiele in Brasilien müssen wegen des Zika-Virus aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht verlegt oder verschoben werden. Wir beantworten alle Fragen zum Zika-Virus bei Olympia.

Die bisherigen Ratschläge über Vorsichtsmaßnahmen würden ausreichen, entschied das Notfall-Komitee der WHO in Genf. "Das Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung ist sehr gering", sagte der Chef des WHO-Notfall-Komitees, David Heymann. Speziell im südamerikanischen Winter, also zum Zeitpunkt der Spiele im August, sei die Intensität der Verbreitung schwach.   

Das Virus grassiert laut WHO inzwischen in fast 60 Ländern. Eine Verlegung der Olympischen Spiele hätte damit keinen signifikanten Einfluss auf die Verbreitung der Krankheit. Unlängst hatten rund 200 Gesundheitsexperten in einem offenen Brief an die WHO für die räumliche oder zeitliche Verschiebung der Spiele plädiert. Sie sahen die Gefahr einer weiteren Ausbreitung.

Das Zika-Virus kann unter anderem Schädelfehlbildungen bei Babys verursachen. Brasiliens Regierung hatte zuletzt betont, dass die Zahl der Zika-Ansteckungen stark zurückgegangen sei.

Zwar könnten Massenveranstaltungen wie die Olympischen Spiele bei der Übertragung von Krankheiten eine Rolle spielen. Bei Zika treffe dies aber nicht zu, so Heymann. "Das Risiko in Verbreitungsgebieten ist mit oder ohne Massenveranstaltungen gleich", heißt es den aktualisierten Empfehlungen der WHO. Zugleich bekräftigte die WHO, dass eine generelle Reisewarnung wegen Zika weiterhin nicht nötig sei. Das gelte auch für alle Städte in Brasilien, in denen die Olympischen und die Paralympischen Spiele stattfänden.

Zu den Empfehlungen gehört weiterhin, dass Schwangere nicht in betroffene Gebiete reisen sollten. Werdende Mütter sollen laut WHO außerdem nur geschützten Geschlechtsverkehr haben, wenn ihre Partner in betroffenen Gebieten leben oder aus solchen zurückkehren. Studien hatten gezeigt, dass das Virus der Überträger-Mücke länger als zunächst gedacht in Körperflüssigkeiten nachweisbar sei. Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet. Die WHO wies aber darauf hin, dass immer mehr Nachweise zeigten, dass Zika auch sexuell übertragbar sei.

Mitglieder des WHO-Komitees

WHO-Mitteilung von Ende Mai

Fakten zu Zika

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 
Eine Rentnerin konnte nur noch tot aus dem Pool ihres Hauses geborgen werden. War es ein Verbrechen?
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 
Angler entdeckt angeblich diesen Monster-Karpfen im Fluss! Woher kommt dieser Riesen-Fisch?
Ein Angler hat angeblich einen Monster-Karpfen entdeckt! Ein Foto postete der Mann bei Facebook. Doch woher kommt der Riesen-Fisch wirklich?
Angler entdeckt angeblich diesen Monster-Karpfen im Fluss! Woher kommt dieser Riesen-Fisch?
Eiskunstläufer Denis Ten nach Messerattacke gestorben - Polizei fasst Täter
Der kasachische Eiskunstläufer und Olympia-Dritte von Sotschi, Denis Ten, ist bei einer Messerattacke in seiner Heimatstadt Almaty getötet worden. Die Polizei …
Eiskunstläufer Denis Ten nach Messerattacke gestorben - Polizei fasst Täter
Forscher: Mindestens 49 Paare für Reise zu Exoplaneten
Eine Reise zu einem Planeten außerhalb unserer Sonnensystems würde 6300 Jahre dauern. Forscher haben berechnet, wie groß die Besatzung für so eine …
Forscher: Mindestens 49 Paare für Reise zu Exoplaneten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.