WHO bekämpft "versteckte" Seuchen

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Donnerstag in Genf ihre Kampagne zur Bekämpfung “versteckter“ Seuchen gestartet. Darunter fallen drei Tropenkrankheiten.

Darunter fallen Tropenkrankheiten wie Denguefieber, aber auch Tollwut und Lepra. Rund eine Milliarde der ärmsten Menschen der Welt leiden nach WHO-Schätzung an 17 Krankheiten, die in weiten Teilen der Welt als ausgerottet gelten. Doch sie grassierten weltweit noch immer in abgelegenen, ländlichen Gebieten und städtischen Elendsvierteln, weil die Menschen dort keine politischen Fürsprecher besäßen, kritisierte die WHO.

Die von der WHO benannten Krankheiten treten in 149 Staaten der Erde auf. In dreißig schwer betroffenen Ländern würden sogar sechs der 17 benannten Krankheiten vorkommen. Auch wenn sie nicht so hohe Opferzahlen verursachten wie AIDS, Tuberkulose oder Malaria, führten sie schweres Leid herbei, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

“Viele der vernachlässigten tropischen Krankheiten verursachen Entstellungen und Behinderungen, die zur Stigmatisierung und Ausgrenzung der Kranken führen“, sagte Chan. Diese Stigmata seien vor allem für Mädchen und Frauen gefährlich, da sie ihre Heiratschancen schmälerten und die Wahrscheinlichkeit sozial ausgegrenzt zu werden, erhöhten.

Von Krankheit und damit von Armut befreien

Krankheiten wie Denguefieber erhielten nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie andere Krankheiten, weil die Opfer keine Fürsprecher hätten, die Erreger sich nicht auf weit entfernte Länder ausbreiteten und sich nur selten Touristen ansteckten, hieß es in dem WHO-Bericht.

Zur Bekämpfung dieser vernachlässigten Krankheiten will die WHO auf präventive Chemotherapie ganzer Bevölkerungsgruppen mit Breitbandmedikamenten setzen. Außerdem sollen Diagnosen und die sanitären Verhältnisse in den betroffenen Ländern verbessert werden und die Ausbreitung von Insekten und Tieren, die als Krankheitsüberträger fungieren, besser kontrolliert werden.

Die Kampagne verfolge die Absicht, die Menschen durch die Ausrottung der Krankheiten aus ihrer Armut zu befreien statt abzuwarten, dass “sich das Land nach und nach entwickelt“, sagte Chan.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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