+
Manche Fische suchten sich plötzlich Schutthaufen ohne Schutz und Nahrung, anstatt wie üblich in idyllischen Korallenriffen zu leben.

Laut einer aktuellen Studie 

Wie „betrunken oder high“: Das macht die Erdöl-Verschmutzung mit Fischen 

Australische Forscher veröffentlichten kürzlich alarmierende Studienergebnisse. Demnach beeinträchtigen schon kleine Mengen Erdöl das Verhalten von Fischen - und zwar nachhaltig.

Schon kleine Mengen von Erdöl im Wasser beeinträchtigen langfristig das Verhalten von Fischen an Korallenriffen. Dies geht aus einer kürzlich in der Zeitschrift „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlichten australischen Studie hervor. Fische, die Öl ausgesetzt sind, fällten demnach gewagte und unbedachte Entscheidungen.

„Die Fische waren nicht in der Lage, zwischen Freund oder Feind zu unterscheiden, schwammen nicht mehr in Gruppen und fällten eine schlechte Wahl bezüglich ihres Lebensraums“, berichtete Koautorin Jodie Rummer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Durch Erdöl beeinträchtigte Fische, wie zum Beispiel Mönchsfische, hätten des weiteren langsam auf Gefahr reagiert - als seien sie betrunken oder high.

Die verwirrten Fische erwählten Schutthaufen zu ihrem neuen Lebensraum

„Wenn sie die Wahl hatten, entschieden sie sich für den am wenigsten passenden Lebensraum“, schilderte Rummer ihre Beobachtungen. Die Forscherin der James Cook-Universität in Townsville hatte mit ihren Mitarbeitern fünf Wochen lang das Verhalten von sechs Fischarten untersucht, die am Great Barrier Reef leben. „Statt einer gesunden, voll funktionsfähigen Koralle wählten die Fische eine mit einem Schutthaufen oder offene Gewässer. Keines von beidem bietet Schutz oder Nahrung.“

Der Studie zufolge führt Kontakt mit Erdölerzeugnissen in den ersten drei Lebenswochen der Fische außerdem zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate und zu einem gehemmten Wachstum. Während dieser Zeit entwickeln die Tiere ihre Organe und das Immunsystem.

Laut Rummer könnten schon geringe Mengen von Erdölerzeugnissen, zum Beispiel aus der Industrie und dem Schiffsverkehr, erhebliche Auswirkungen auf die Fischpopulationen haben. „Die Menge an Öl, von der wir hier sprechen ist vergleichbar mit wenigen Tropfen Öl in einem Olympia-Schwimmbecken, aber es hat ihr Verhalten drastisch verändert.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lotto am Mittwoch vom 16.08.2017: Das sind die aktuellen Gewinnzahlen
Lotto vom 16.08.2017: Hier erfahren Sie, welche Gewinnzahlen am Mittwoch gezogen worden sind. Im Jackpot ist eine Million Euro.
Lotto am Mittwoch vom 16.08.2017: Das sind die aktuellen Gewinnzahlen
Tödliche Selfies: Baby-Delfin stirbt am Strand in Spanien
Ein Baby-Delfin verirrt sich am Strand von Almería ins flache Wasser und bezahlt dafür mit seinem Leben. Nicht, weil das Junge an Land gespült wurde. Sondern weil …
Tödliche Selfies: Baby-Delfin stirbt am Strand in Spanien
Grausamer Selfie-Wahn: Baby-Delfin musste sterben
Hunderte Selfie-Fans haben an einem Strand in Südspanien den Tod eines Baby-Delfins verursacht.
Grausamer Selfie-Wahn: Baby-Delfin musste sterben
Mutter fährt aus Versehen eigenes Kind an
Bei einem tragischen Unfall hat eine junge Mutter in Brandenburg ihr eigenes Kind mit dem Auto angefahren und schwer verletzt.
Mutter fährt aus Versehen eigenes Kind an

Kommentare