+
Seit 1953 werden alle drei bis fünf Jahre rund 2500 Jugendliche zu ihren Einstellungen befragt. Foto: Armin Weigel

Bei Jugendlichen steigt Akzeptanz für Zuwanderer

Sie haben Angst vor Terror und Krieg in Europa: Deutschlands Jugendliche machen sich vor allem Sorgen um die internationale Politik. Ihre Einstellung zu Zuwanderern hat sich jedoch geändert.

Berlin (dpa) - Jugendliche in Deutschland stehen Zuwanderern offener gegenüber und sind auch politisch stärker interessiert als noch vor einigen Jahren. Das ist das Ergebnis der in Berlin veröffentlichten Shell Jugendstudie.

Demnach sprachen sich 39 Prozent der 12- bis 25-Jährigen dafür aus, dass künftig genauso viele Menschen aus dem Ausland zuwandern dürfen wie bisher. 15 Prozent der Befragten befürworteten sogar mehr.

Für die Erhebung werden seit 1953 alle drei bis fünf Jahre rund 2500 Jugendliche zu ihren Einstellungen befragt. Zum Vergleich: 2006 sprachen sich noch 58 Prozent dafür aus, Zuwanderung zu verringern. Aktuell ist dieser Anteil auf 37 Prozent gesunken. Die jüngste Befragung fand von Anfang Januar bis Anfang März statt.

"Die junge Generation befindet sich im Aufbruch. Sie ist anspruchsvoll, will mitgestalten und neue Horizonte erschließen", erklärte Studienleiter Prof. Mathias Albert von der Universität Bielefeld. Der großen Mehrheit der Jugendlichen (82 Prozent) ist es demnach wichtig, "die Vielfalt der Menschen anzuerkennen und zu respektieren".

Das geht auch aus ihren Antworten speziell zu Flüchtlingen hervor: Für eine gleiche Aufnahme wie bisher sprachen sich bei der Befragung Anfang des Jahres 36 Prozent aus - fast jeder Vierte plädierte sogar für eine Ausweitung. Etwa jeder Dritte wünschte sich indes weniger Flüchtlinge in Deutschland.

Immer mehr junge Leute entdecken demnach ihr Interesse an Politik: Im Vergleich zum Tiefpunkt 2002 mit 30 Prozent bezeichneten sich zuletzt 41 Prozent der Jugendlichen als politisch interessiert. Nach Erkenntnissen der Forscher hat der Wandel auch damit zutun, dass die 12- bis 25-Jährigen die gesellschaftliche Lage in Deutschland wieder positiver sehen.

Auffällig ist allerdings die Sorge in Bezug auf die internationale Politik. Auf die Frage nach ihren Ängsten nannten die Jugendlichen mit 73 Prozent am häufigsten Terroranschläge - gefolgt von einem möglichen Krieg in Europa (62 Prozent).

Studie

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chaotische Lage durch „Friederike“ - Orkan bläst Schuldach auf den Hof
Bisher drei Tote, der Fernverkehr der Bahn bundesweit eingestellt. Schuld ist das zum Orkan hochgestufte Sturmtief „Friederike“. Alle aktuellen Entwicklungen im …
Chaotische Lage durch „Friederike“ - Orkan bläst Schuldach auf den Hof
Schon so groß wie Paris: Ölteppiche breiten sich rasant aus - Umweltkatastrophe kaum zu verhindern
Nach dem Tankerunglück vor der Ostküste Chinas haben sich vier Ölteppiche auf dem Meer ausgebreitet. Insgesamt seien die Ölteppiche etwa 101 Quadratkilometer groß.
Schon so groß wie Paris: Ölteppiche breiten sich rasant aus - Umweltkatastrophe kaum zu verhindern
Ja-Wort über den Wolken: Papst traut Paar auf Flug in Chile
Zum ersten Mal vermählt das katholische Kirchenoberhaupt ein Ehepaar in einem Flugzeug. Die beiden Flugbegleiter sind schon seit Jahren standesamtlich verheiratet. Ihre …
Ja-Wort über den Wolken: Papst traut Paar auf Flug in Chile
Früheste Spuren der Sauerstoffproduktion entdeckt
Tübingen (dpa) - Auf der Erde hat sich offenbar früher als bisher vermutet Sauerstoff gebildet. Schon vor fast drei Milliarden Jahren sollen Bakterien ihn im Wasser …
Früheste Spuren der Sauerstoffproduktion entdeckt

Kommentare