Bremen: Wieder Keime auf Baby-Station

Bremen - Im Klinikum Bremen-Mitte sind mehrere Monate nach dem Tod frühgeborener Babys wieder Keime gefunden worden. Die betroffenen Kinder wurden sofort verlegt.

Alarmstimmung nach erneutem Keimbefall: Im Klinikum Bremen-Mitte sind mehrere Monate nach dem Tod frühgeborener Babys wieder gefährliche Keime an zwei Frühchen gefunden worden. Dies wurde am Donnerstag bei einer Routineuntersuchung festgestellt, wie der kommunale Klinikbetreiber Gesundheit Nord mitteilte. Sofort eilten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zur Klinik. Vorerst bleibt die Frühchenstation jedoch in Betrieb.

Die am Donnerstag gefundenen Keime seien ähnlich jener, die im vergangenen Jahr für eine Infektionswelle auf der Station sorgten, bestätigte ein Kliniksprecher. Es seien sogenannte ESBL-Klebsiellen, die resistent gegen manche Antibiotika seien. Ob es sich um den gleichen Stamm handele, solle nun eine genauere Untersuchung klären. Proben wurden dazu in ein Speziallabor nach Bochum gesendet.

Die betroffenen Kinder bezogen nach Angaben der Klinik sofort ein isoliertes Zimmer. Sie zeigten keine Anzeichen für eine Infektion. Ob ein drittes Kind befallen ist, war am Abend noch unklar. Bei ihm stand das Ergebnis des Routinetests noch aus. Alle weiteren Frühchen wurden negativ getestet.

Land Bremen behält sich Schließung der Station vor

Auch das gesamte Klinikpersonal werde nun auf Keime untersucht, sagte die Sprecherin der Bremer Gesundheitssenatorin, Karla Götz, auf dapd-Anfrage. Eine Schließung der Station stehe “heute Abend noch nicht“ zur Debatte. “Weitere Schritte behalten wir uns vor“, sagte sie. Für Freitag seien Experten des Robert-Koch-Instituts ins Klinikum gebeten worden, um weitere Untersuchungen durchzuführen.

Mehrere Todesfälle im Bremer Klinikum hatten 2011 einen Hygieneskandal offenbart. Seitdem befasst sich ein Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft mit den Fällen. Stationschef Hans-Iko H. wurde fristlos entlassen. Die Klinikleitung geht von drei Todesfällen nach Keimbefall aus, die Staatsanwaltschaft ermittelte zuletzt in sechs Fällen

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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