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Verzweifelt drückt eine Frau in der chinesischen Stadt Harbin die Atemmaske an ihren Mund

Luftverschmutzung nimmt weiter zu

Wieder Smog in China - Bevölkerung genervt

Peking - Der Verkehr steht still, Schulen werden geschlossen, man sieht die Hand vor Augen nicht. Der Smog hat die chinesische Stadt Harbin fest im Griff. Auch Peking bereitet sich vor.

Der hartnäckige Smog im Nordosten Chinas macht den Menschen weiter zu schaffen. In der Millionenstadt Harbin blieben am Dienstag den dritten Tag in Folge Schulen und der Flughafen geschlossen. Die Straßen der Stadt, die für ihr Eis- und Schneeskulpturenfestival berühmt ist, waren weiter in dichte Rauchwolken gehüllt, so dass der Verkehr stellenweise still stand. Die Sicht betrug teilweise weniger als 50 Meter.

Messungen zufolge lag die Feinstaubbelastung in der Luft am Dienstag bei über 800 Mikrogramm pro Kubikmeter, nachdem sie am Montag sogar auf 1000 Mikrogramm gestiegen war. Auch mit 800 Mikrogramm war sie aber immer noch 30-mal höher als von der Weltgesundheitsorganisation als hinnehmbar betrachtet. Der Luftqualitätsindex wurde weiterhin mit dem Maximum von 500 angegeben.

Luftverschmutzung kostet Menschenleben

Besonders schlimm wirkt sich das Einatmen der Partikel erst nach einigen Tagen aus, sagt der Arzt Deng Ying. „Es gibt keinen plötzlichen Ausbruch von Symptomen“, zitierte ihn die Agentur Xinhua. Die hohe Luftverschmutzung kostet laut einer im Juli veröffentlichten Studie 500 Millionen Menschen im Norden Chinas im Schnitt 5,5 Jahre ihres Lebens.

Medienberichten zufolge hängt das Smog-Chaos damit zusammen, dass wegen des nahenden Winters das städtische Heizungsnetz angeschaltet wurde. Der massive Verbrauch von Kohle und der rasante Industrieaufstieg Chinas sorgen landesweit für Luftverschmutzung und Gesundheitsrisiken, was die Bevölkerung zunehmend verärgert. Mehrere chinesische Zeitungen druckten am Dienstag Smog-Fotos aus Harbin auf ihren Titelseiten.

Peking trifft Notmaßnahmen

Auch Huang Wei von Greenpeace in China klagte: „Es reicht nicht, erst beim Smog Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ Entscheidend sei, dass insgesamt der Kohleverbrauch heruntergefahren werde, sagt sie.

In der chinesischen Hauptstadt Peking werden derzeit Notmaßnahmen ausgearbeitet. Bei schwerer Luftverschmutzung können die Behörden künftig die Zahl der Autos auf den Straßen künftig halbieren, indem täglich wechselnd nur Wagen mit geraden oder ungeraden Nummernschildern fahren dürfen. Zudem können Bauarbeiten gestoppt werden, teilte die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite mit.

„Die Luftverschmutzung in Peking wird aber nur zum Teil von den Pekingern selbst verursacht“, sagte Huang Wei. Wenn in den umliegenden Provinzen weiter kräftig die Luft verschmutzt werde, brächten die Maßnahmen in der Hauptstadt wenig. Schließlich könne der Wind schnell die mit Feinstaub belastete Luft in die Hauptstadt tragen.

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dpa/AFP

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