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Klima-Aktivisten mit Öl-Attacke auf Klimt-Gemälde in Wien – „Das ist der falsche Weg“

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Von: Patrick Huljina

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Klima-Aktivisten haben in einem Museum in Wien für Aufregung gesorgt: Sie schütteten Öl auf ein Gemälde des Malers Gustav Klimt.

Wien - Wieder einmal haben Klima-Aktivisten mit einer Attacke auf ein berühmtes Gemälde für Aufsehen gesorgt. Am Dienstag (15. November) haben Vertreter der „Letzten Generation“ ein Kunstwerk von Gustav Klimt im Leopold Museum in Wien mutmaßlich mit Öl angeschüttet. Die auch in Deutschland aktive Gruppierung postete auf Twitter ein Video, auf dem ein Mitglied die schwarze Flüssigkeit gegen das berühmte Werk „Tod und Leben“ schleudert. Einer der Aktivisten klebte sich zudem mit der Hand am Schutzglas des Gemäldes fest.

Wien: Klima-Aktivisten mit Öl-Attacke auf Klimt-Gemälde

Die Klima-Aktivisten nahmen bei ihrer Aktion Bezug auf den teilstaatlichen österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV, der am Dienstag einen Tag der offenen Tür im Leopold Museum unterstützte. „Leute, die noch immer nach neuem Öl und Gas suchen und bohren, haben Blut an ihren Händen – das lässt sich mit Sponsoring nicht abwaschen“, schrieben sie auf Twitter.

Aus Sicht von Hans-Peter Wipplinger, dem Direktor des Museums in Österreichs Hauptstadt, gibt es an der Kooperation mit der OMV nichts zu rütteln. Ohne diese Unterstützung wären zum Beispiel viele Besuche von Schulklassen gar nicht möglich.

Klima-Aktivisten schütten Öl auf ein berühmtes Klimt-Gemälde in Wien.
Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ schütten Öl auf ein berühmtes Klimt-Gemälde in Wien. © Letzte Generation Österreich/dpa

Klima-Aktivisten sorgen für Unverständnis bei Museumsdirektor: „Das ist der falsche Weg“

„Glücklicherweise ist das Kunstwerk nicht beschädigt worden“, sagte Wipplinger weiter. Durch die Aktionen der Klima-Aktivisten entstehe dennoch ein Schaden für die Museums-Szene, wenn er an die besorgten Dauerleihgeber denke, so der Museumsdirektor. Die Kosten für die Reinigung und den Einsatz unter anderem der Polizei müssten die Aktivisten bezahlen. Er rechne mit einem fünfstelligen Betrag.

„Das ist der falsche Weg, um ein Umdenken in der breiten Öffentlichkeit zu erreichen“, ist Wipplinger sicher. Wäre das Meisterwerk tatsächlich beschädigt worden, wären die Konsequenzen auch für die Klima-Aktivisten kaum auszudenken. Erst vor wenigen Tagen war ein Klimt-Gemälde bei einer Auktion in New York für mehr als 100 Millionen Euro versteigert worden.

Klima-Proteste in Europa sorgen für Aufsehen

Klima-Aktivisten haben allein seit Oktober mehrere berühmte Kunstwerke in europäischen Museen attackiert. So wurden drei Klima-Aktivisten nach einer Attacke auf das weltberühmte Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ (1665-1667) von Johannes Vermeer im niederländischen Kunstmuseum Mauritshuis festgenommen. Im Museum Barberini in Potsdam schütteten ein Mann und eine Frau Kartoffelbrei auf das von einer Glasscheibe geschützte Gemälde „Getreideschober“ (1890) von Claude Monet. Die Klima-Protestgruppe „Letzte Generation“ übernahm auch hierfür die Verantwortung.

Für besonders große Aufregung sorgte zuletzt der Fall von Klima-Aktivisten, die durch eine Straßenblockade einen Stau auf einer Berliner Autobahn auslösten. Dadurch kam ein Rettungsfahrzeug erst verspätet zum Unfallort, an dem ein Betonmischer eine Radfahrerin überrollte – die Frau starb. Laut einem Bericht der Feuerwehr hatte die Blockade der Klima-Aktivisten doch einen Einfluss auf den Rettungseinsatz. (ph/dpa)

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