Wiener Obdachlosenmord: Mutter des Verdächtigen vernommen

Wien - Zwei Tage nach dem bestialischen Mord an einem Wiener Obdachlosen hat die Polizei die Mutter des tatverdächtigen Deutschen vernommen. Die Frau aus Köln, die seit Jahren in Wien lebt, sei «emotional stark berührt», sagte Polizeisprecher Gerald Höbarth am Donnerstag.

Obwohl ihr schwer erziehbarer Sohn seit seinem 14. Lebensjahr in Heimen lebte, habe sie immer Kontakt zu ihm gehabt. Der 19-jährige Deutsche soll in Wien seinen 50-jährigen Mitbewohner in einem Obdachlosenheim mit einer Hantel erschlagen, aufgeschnitten und womöglich Teile des Opfers gegessen haben. Am Dienstag hatte eine Putzfrau die nackte und blutige Leiche in der gemeinsamen Wohnung von Opfer und Täter im 15. Wiener Bezirk entdeckt.

Der in Österreich aufgewachsene Deutsche war am Tatort festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Verdächtige noch im Laufe des Donnerstages von der Untersuchungshaft in eine geschlossene Psychiatrie verlegt werden sollte. Seit seiner Festnahme hat der Mann jede Aussage verweigert.

Nach Angaben der Polizei gibt es keine neuen Erkenntnisse zum Verdacht des Kannibalismus. Dazu müsste das Blut am Mund des Täters auf DNA- und Gewebespuren des Opfers untersucht werden. «Kannibalismus als solches ist bei uns kein Straftatbestand», sagte Höbarth. Der Mann könne aber nach österreichischem Recht für die Störung der Totenruhe belangt werden. Weitaus schwerer wiege jedoch der Verdacht des Mordes.

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