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Am 27. Februar öffnet die Staatsoper seine Pforten für die Gäste des Wiener Opernballs.

Wiener Opernball – zwischen Tradition und rotem Teppich

Im Dreivierteltakt durch die Nacht : Der Wiener Opernball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt des Wiener Faschings und Treffpunkt der internationalen Prominenz. Lesen Sie hier, warum die ganze Welt an diesem Abend auf Wien blickt.

Die langjährige Tradition der Opernbälle in Wien geht zurück bis in das Jahr 1814. Zur Zeit des Wiener Kongresses waren Tanzfeste im Opernhaus noch nicht gestattet. Der erste Ball am heutigen Standort, der prunkvollen Wiener Hofoper, fand deshalb erst 63 Jahre später statt. Im Jahr 1935 wurde dann zum ersten Mal der Wiener Opernball offiziell veranstaltet.

Heute ist er das größte und bekannteste kulturelle Ereignis in Österreich. Das Fest hat es sogar auf die Liste des immateriellen Kulturerbes Österreichs der UNESCO geschafft. Pro Jahr kommen rund 5.000 Gäste aus allen Ländern der Welt, um an dem Ball der Bälle teilzunehmen.

„Alles Walzer“

Als einer der Höhepunkte des Wiener Opernballs gilt die Eröffnungszeremonie. Daran beteiligt sind rund 180 Tanzpaare aus dem In- und Ausland. Die Damen tragen weiße Kleider und Glitzerkrönchen, die Herren Frack. Das sogenannte Jungdamen- und Herrenkomitee zieht zu Klängen der Fächerpolonaise in den Saal ein und tanzt den ersten Walzer des Abends. Der Zeremonienmeister Roman Svabek choreographiert den Einzug und dirigiert die Ballgäste humorvoll durch die Aufführung.

Anschließend wird mit dem von Johann Strauß geprägten Kommando „Alles Walzer“ die Tanzfläche für alle Gäste freigegeben und es darf ausgiebig bis fünf Uhr früh im Dreivierteltakt geschunkelt werden. Zum Ende des Balls spielt das Orchester die drei Stücke „Donauwalzer“, „Radetzkymarsch“ und „Brüderlein fein“.

Medienspektakel rund um Richard Lugner

Früher standen die Debütantinnen in ihren blütenweißen Roben im Mittelpunkt des Wiener Opernballs. Heute stiehlt ihnen die Prominenz oft die Show. Berühmte Schauspieler, reiche Unternehmer und einflussreiche Politiker kommen zum Tanz ins Opernhaus und die Medien stürzen sich auf sie. Die Presse berichtet über alles Wissenswerte zum Wiener Opernball und bietet schon im Vorfeld genügend Stoff für Klatsch und Tratsch.

Die Öffentlichkeit ist vor allem gespannt, wen Richard „Mörtel“ Lugner als Begleitung über den roten Teppich führt. Der millionenschwere Baumogul engagiert dazu seit Jahren einen prominenten Gast. In seiner Longe saßen schon Sophia Loren, Paris Hilton oder Dieter Bohlen. In diesem Jahr wird ihm Reality-TV-Star Kim Kardashian die Ehre als Balldame erweisen. Wie viel sich Lugner diese PR-Aktion kosten lässt, bleibt geheim. Medienberichten zufolge könnte Kardashian für ihren kurzen Auftritt auf dem Wiener Opernball aber rund 250.000 Euro einkassieren.

Der Wiener Opernball als Millionengeschäft

Während das Tanzbein geschwungen und Champagner getrunken wird, verdienen nicht nur Lugners Gäste. Auch die Stadt Wien macht einen Millionenumsatz. Die billigste Eintrittskarte zum Ball kostet 250 Euro. Eine Rangloge schlägt mit 18.500 Euro zu Buche. Bekommen die Gäste vom Schunkeln im Dreivierteltakt Hunger, müssen sie für ein Paar Wiener Würstchen 16 Euro zahlen. So spielt die Wiener Staatsoper allein schon rund 1,2 Millionen Euro an einem Abend ein.

Der Opernball ist aber nur das Aushängeschild der Wiener Ballsaison. In der Faschingszeit finden viele glamouröse Ballveranstaltungen statt, die Gäste aus aller Welt anlocken. Diese bestellen Ballkarten, übernachten in den Hotels, kaufen teure Ballkleider und speisen in feinen Restaurants. So verdient die ganze Stadt am Wiener Opernball mit.

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