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Die Richter im Revisionsprozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden

Winnenden: Straffreiheit für Vater gefordert

Stuttgart - Im Revisionsprozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden haben die Verteidiger Straffreiheit für den 54-Jährigen gefordert. Der Tod seines Sohnes sei Strafe genug.

In einem emotionalen Schlusswort wandte sich der Unternehmer am Montag an die Angehörigen der Opfer seines Sohnes Tim. Er sprach ihnen sein Mitgefühl aus. Der Sportschütze hatte die Pistole, mit der Tim K. am 11. März 2009 in Winnenden und Wendlingen in Baden-Württemberg 15 Menschen und sich selbst tötete, unverschlossen im Schlafzimmer verwahrt. Das neue Urteil soll am Freitag fallen.

Zwar habe sein Mandant gegen das Waffengesetz verstoßen, angesichts seines eigenen Verlusts solle das Gericht aber von einer Strafe absehen, sagte Verteidiger Hubert Gorka - wie schon im ersten Verfahren. „Durch seine Fahrlässigkeit ist sein eigener Sohn zu Tode gekommen. Das ist Strafe genug.“ Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, am ersten Urteil von einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung festzuhalten.

Im ersten Verfahren war der Vater unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof kassierte die Entscheidung jedoch wegen formaler Fehler.

Im Schlusswort sprach der Angeklagte allen Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er bedauere es zutiefst, dass sein Sohn Zugriff auf Waffen gehabt hatte. An sein totes Kind gewandt sagte er, es tue ihm leid, dass er Tims Not nicht erkannt habe. Unter Tränen fügte er hinzu: „Du fehlst mir.“

Nach den Plädoyers der Verteidigung ergriff Nebenklage-Anwalt Jens Rabe noch einmal das Wort und sprach von Verhöhnung: „Wie hört es sich bitte für die Angehörigen an, wenn Tim K. ohne mit der Wimper zu zucken in die Reihe der Opfer gestellt wird?“

dpa

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