US-Experten wagen sich vor

Große Herbst- und Winterprognose für Deutschland: Wetter-Experte äußert Sorge

  • Marcus Giebel
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Dem Sommer scheint endgültig die Luft auszugehen. Herbst und Winter stehen bald in den Startlöchern. Laut einer ersten Prognose könnten die beiden Jahreszeiten eine kleine Überraschung parat halten.

München - Das Wetter hat in diesem Jahr in Deutschland nur selten Begeisterungsstürme ausgelöst. Dafür ist der Himmel einfach zu oft wolkenverhangen, die Sonne lässt sich zu selten blicken, Niederschläge sind häufig und nicht selten heftig. Dazu sind Extreme wie Unwetter mit Orkanböen, Starkregen, Blitz und Donner alles andere als eine Seltenheit. Und die Temperaturen kommen auch kaum auf Touren.

Ja, der Sommer 2021, der nun in seinen letzten Monat startet, kommt schon mit herbstlichen Anwandlungen daher. Und trudelt dann wohl auch eher gemächlich aus. Wie soll da erst der Trend in den kommenden Monaten aussehen? Auch wenn noch nicht wirklich vorhersehbar ist, wie der Herbst und der Winter ausfallen werden, wagen sich die Wetter-Experten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus den USA an ein erstes Schaubild für die beiden kommenden Jahreszeiten.

Winter-Wetter in Deutschland: Durchschnittliche und damit ungewohnte Temperaturen

Dieses sogenannte US-Modell hat Dominik Jung von wetter.net etwas genauer unter die Lupe genommen. „Das sind alles naturwissenschaftliche Dinge. Diese Prognosen sind machbar, aber niemand sollte sein Leben danach ausrichten“, warnt der Diplom-Meteorologe zwar direkt in seiner Einleitung.

Doch einen ersten Trend setzen die Wetter-Experten aus Übersee damit schon. Oder wie es Jung formuliert: „Wir können nur versuchen abzuschätzen: Wie laufen die Monate ab?“ Die Antwort: ziemlich durchschnittlich. Was für uns angesichts der vergangenen Jahre eher heißt: ungewohnt. Denn die Normalität ist ja längst zur Ausnahme geworden.

Winter-Wetter in Deutschland: Nur im Dezember und Januar wohl etwas zu warm

Sowohl der September als auch der Oktober und der November sollen nämlich weder zu warm noch zu kalt werden. Das bedeutet, dass sich die Tempetaruren im langjährigen Mittel einzupendeln scheinen. Wann hat es das zuletzt gegeben?

Der Dezember und der Januar werden im Vergleich zum Klimamittel 0,5 bis ein Grad zu warm sein, liest Jung ab. Ausnahmen bilden die Ostseeküste (Dezember), der äußere Nordwesten (Januar) und Schleswig-Holstein (beide Monate). Zum winterlichen Abschluss soll ein Februar folgen, der ebenfalls normale Temperaturen mit sich bringt.

Uns könnte ein normaler Winter winken: Laut der ersten Prognose soll es weder zu warm noch zu kalt werden.

Winter-Wetter in Deutschland: „Wir könnten Temperaturen als zu kalt empfinden“

Das klingt erstmal super für das Klima, auch wenn die Erderwärmung natürlich nicht mal eben gestoppt wurde. Jung schaut aber mit ganz anderen Sorgen auf das Modell der NOAA: „Normale Monate, die nicht zu warm oder nicht zu kalt waren, gab es eigentlich schon lange nicht mehr so wirklich. Oft waren wir deutlich zu warm, über dem Klimamittel.“

Er schlussfolgert: „Deshalb könnte dabei herauskommen, dass wir den Herbst und den Winter als zu kalt empfinden werden. Weil wir eben diese normalen Monate gar nicht mehr gewohnt sind in den vergangenen Jahren.“ Denn der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier und hat sich mit den höheren Temperaturen längst arrangiert.

Winter-Wetter in Deutschland: Weniger Niederschlag wäre laut Meteorologe positiv

Laut Jung ist es eine „sehr spannende Entwicklung, die sich da andeutet“. Denn hinzu kommt, dass sowohl Herbst als auch Winter „weder zu nass noch zu trocken ausfallen“ sollen. Dies wäre „sehr positiv für einen richtigen Winter bei uns im Land. Die vergangenen Jahre brachten immer einen eher nassen Winter.“ So sei es zumindest stets prognostiziert worden.

„Das sprach oftmals für den klassischen Westwetterlagen-Winter mit den milden Luftmassen vom Atlantik. Aber das scheint dieses Mal nicht der Fall zu sein“, erläutert der Meteorologe. Alles also ein bisschen anders in diesem Jahr.

Winter-Wetter in Deutschland: Ski- und Snowboard-Freunde könnten in Alpen auf ihre Kosten kommen

Obendrein winkt noch ein kleines Schmankerl für Ski- und Snowboard-Freunde, denn im Alpenraum soll „etwas mehr Niederschlag als üblich“ zu erwarten sein. „Vielleicht ein sehr schneereicher Winter in den Alpen“, mutmaßt Jung. Aber, das vergisst er auch am Ende seiner Ausführungen nicht zu betonen, es handele sich bei diesen Aussichten eben noch um „keine klassische Wettervorhersage“. Jung nennt es lieber „klimatologische Monatstrends“.

Zumindest scheint sich der Sommer 2021 bereits im August verabschiedet zu haben. Stattdessen steht Deutschland sogar ein neues Hochwasser bevor. Ein Experte erklärt die Wetterlage.(mg)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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