+
Eine Asiatische Buschmücke im sogenannten "Insektarium" des Friedrich-Loeffler-Instituts. Foto: Stefan Sauer

Forscher erwarten Ausbreitung der Asiatischen Buschmücke

Die Asiatische Buschmücke kann Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das West-Nil-Fieber übertragen. Nach Prognosen von Wissenschaftlern könnte sich das Insekt in Deutschland immer wohler fühlen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die gefährliche Asiatische Buschmücke könnte sich in Deutschland weiter ausbreiten. Sie ist ein möglicher Überträger von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber.

Nach Modellberechnungen von Wissenschaftlern droht eine Verbreitung auch in Südhessen, im Saarland und im nördlichen Nordrhein-Westfalen, wie das Senckenberg-Forschungszentrum Frankfurt mitteilte.

"In diesen Gebieten ist das Klima gemäßigt und wärmer und damit ein idealer Lebensraum für die Asiatische Buschmücke", sagte Professor Sven Klimpel. Kürzlich hatten die Forscher um Klimpel ihre Ergebnisse im Fachjournal "Parasitology Research" veröffentlicht.

Bereits nachgewiesen ist die Asiatische Buschmücke (Ochlerotatus japonicus japonicus) den Experten zufolge in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Wegen des milden Winters könnte sie bald lästig werden.

Der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs/Speyer), Norbert Becker, warnte vor Panikmache. Bisher gehe in Deutschland von der Asiatischen Buschmücke keine Gefahr für den Menschen aus.

Die Mückenart stammt ursprünglich aus Süd-China, Japan und Korea und gelangt auf dem Landweg nach Deutschland. "Vor allem mit Autoreifen und dem Güterverkehr kommen die Mücken hierher", sagte Klimpel. In Teilen Deutschlands und Europas herrschten ähnliche klimatische Bedingungen wie in den Herkunftsländern, deshalb fühlten sie sich hier so wohl. Das erste Mal wurde die Mückenart 2008 im südlichen Baden-Württemberg entdeckt.

"Bisher ist das Übertragungspotenzial in Europa nur im Labor nachgewiesen, aber noch nicht im Freiland", sagte Klimpel. In den USA sei das West-Nil-Virus aber bereits bei Mücken festgestellt worden.

Infektionen bei Menschen bleiben oft unbemerkt. Allerdings kann das West-Nil-Virus auch grippeähnliche Beschwerden mit Fieber auslösen, in schweren Fällen kann es etwa zu Gehirnentzündungen kommen.

Mitteilung Senckenberg Gesellschaft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pizzalieferant hat Autounfall - dann macht Feuerwehr etwas Unglaubliches
Dieser Autounfall eines Pizzalieferanten ging am Ende für alle Beteiligten doch noch gut aus: Die Feuerwehr kümmerte sich nicht nur um den Fahrer, sondern auch um die …
Pizzalieferant hat Autounfall - dann macht Feuerwehr etwas Unglaubliches
Notärztin von zwei Jugendlichen attackiert und schwer verletzt: Wird der Täter abgeschoben?
Rettungskräfte werden beim Eintreffen vor einem Pflegeheim von Jugendlichen angegriffen, dabei wird eine Notärztin schwer verletzt. Laut Joachim Herrmann wird nun eine …
Notärztin von zwei Jugendlichen attackiert und schwer verletzt: Wird der Täter abgeschoben?
10.200 Kilometer: Sommerferien beginnen mit Staurekord
Geduldprobe zu Urlaubsbeginn: Statt rasch zum Ferienziel zu gelangen stehen viele genervte Autofahrer stundenlang auf den Autobahnen. Der ADAC hat drei Erklärungen dafür.
10.200 Kilometer: Sommerferien beginnen mit Staurekord
Tödlicher Unfall in Niedersachsen: Zwei Männer werden aus Auto geschleudert
In Wardenburg ereignete sich am Sonntagmorgen ein schwerer Unfall, bei dem die zwei Insassen eines Autos ums Leben kamen. Der 25-jährige Fahrer hatte nach ersten Angaben …
Tödlicher Unfall in Niedersachsen: Zwei Männer werden aus Auto geschleudert

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.