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Putin-Flieger landet am Euro-Airport Basel – Beobachter in Aufregung

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Von: Martina Lippl

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Die Flugroute eines russischen Regierungsjets sorgt für Wirbel. Die EU hat ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Trotzdem ist eine russische Ilyushin Il-96-300 am Euro-Airport Basel gelandet.

Basel – Eine russische Maschine ist am Mittwochabend in Basel gelandet. Der Regierungsflieger mit der Kennung RSD86 war um 10.27 Uhr Ortszeit in Moskau gestartet. Nach einem riesigen Umweg landete die Ilyushin Il-96-300 am Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg kurz Euro-Airport*. Das ungewöhnliche Manöver in der Luft ist dem Flugdatenportal Flightradar24.com natürlich sofort aufgefallen.

„Ein russisches Regierungsflugzeug hat seinen 9-stündigen Flug von Moskau nach Basel fast beendet“, twittert Flightradar24.com und teilt einen Link zu weiteren Flugdaten. Dazu gibt es einen weiteren Hinweis für die Follower: „Ohne Luftraumbeschränkung würde der Flug etwas mehr als drei Stunden dauern.“

Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt – Putin-Flieger landet in der Schweiz

Der Flug sowie die Landung am Euro-Airport Basel wirft Fragen auf. Die Flugroute ist ungewöhnlich. Der Regierungsjet überflog die Türkei, dann die Küste Nordafrikas, um dann über Tunesien nach Norden abzudrehen. Der Landeanflug erfolgte dann auch über die Schweiz. Um 18.14 Uhr landet die Maschine am Euro-Airport Basel. Nach einer Flugzeit von neun Stunden und 14 Minuten.

Für russische Flugzeuge ist der Luftraum in Europa – auch in der Schweiz – bereits seit Ende Februar gesperrt. Die Landung des Regierungsjets in Basel sorgte für Wirbel. „Mysteriöser Russen-Jet landet am Euro-Airport“ – titelt die Basler Zeitung. Die Iljuschin IL-96-300 mit der Registrierung RA-96018 werde auch regelmäßig von Präsident Wladimir Putin benutzt.

Putin-Flieger landet nach einem riesigen Umweg in der Schweiz, wie Daten von flightradar24.com zeigen.
Putin-Flieger landet nach einem riesigen Umweg in der Schweiz, wie Daten von flightradar24.com zeigen. © Screenshot flightradar24.com

Russischer Regierungsflieger landet in Basel – Das steckt dahinter

Ein Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) sagte auf Anfrage der bz, das Flugzeug habe eine Sondergenehmigung von der Schweiz und Frankreich für den Überflug sowie Landung erhalten („diplomatic clearence“). Der Zweck des Flugs sei, Botschaftspersonal zu verschieben. Nun stellt sich heraus: Die Maschine habe Mitarbeiter der früheren russischen Europarat-Vertretung in Straßburg nach Hause geflogen. Der Putin-Flieger holte diplomatisches Personal ab, berichtet die bz. Der Europarat hatte Russland im März 2022 wegen des Ukraine-Kriegs nach 26 Jahren Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Am Vortag hatte Russland bereits selbst dem Europarat seinen Austritt erklärt, nachdem dieser Schritte zu einem Ausschluss eingeleitet hatte.

Drei Monate später fand nun ein Rückführungsflug der früheren Europarat-Mitarbeiter und deren Familien statt. Die Angehörigen hätten Frankreich definitiv verlassen, habe das französische Außenministerium mitgeteilt. Um wie viel Personen es sich handelte, lies das Ministerium jedoch offen. Am Mittwoch um 23.24 Uhr hob der russische Regierungsflieger am Euro-Airport Basel Richtung Moskau ab. Um 8.40 Uhr Ortszeit landete die Iljuschin IL-96-300 am Flughafen Wnukowo.

Wegen einer Computer-Panne bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide war der Luftraum über der Schweiz  im Juni stundenlang gesperrt. Keine Starts, keine Landungen und keine Überflüge waren aus Sicherheitsgründen möglich. (ml)

*In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, dass der Flughafen Euro-Airport in der Schweiz liegt. Der Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg wird von Frankreich und der Schweiz gemeinsam betrieben und liegt in Frankreich, 6 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum Basel. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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