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Ein Foto des mutmaßlichen Mörders und vom Tatort.

Bluttat von Bad Reichenhall

Nach Mord: 20-Jähriger in Norwegen geschnappt

Bad Reichenhall - Er soll einen Rentner getötet und anschließend eine 17-Jährige schwer verletzt haben. Nun konnte der mutmaßliche Täter in Norwegen festgenommen werden.

Nach herben Rückschlägen bei ihren Ermittlungen hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder von Bad Reichenhall gefasst. In Norwegen nahm eine Streife den Bundeswehrsoldaten fest, der am 14. Juli einen Rentner umgebracht und eine Jugendliche schwer verletzt haben soll. Der 20-Jährige sei nahe Trondheim zu Fuß unterwegs gewesen, teilte die Polizei in Rosenheim am Mittwoch mit. Norwegische Polizisten hätten ihn am Dienstagabend als den Gesuchten erkannt. Der Soldat habe sich widerstandslos festnehmen lassen.

Er war von der Mordkommission „14. Juli“ am Wochenende als mutmaßlicher Täter ermittelt worden. Der junge Mann aus Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) in Rheinland-Pfalz war in Bad Reichenhall stationiert. Nach einem Manöver im unterfränkischen Hammelburg flüchtete er. Die Justizbehörden bereiten nun seine Auslieferung vor.

Bei ihren dreieinhalbwöchigen Ermittlungen hatte die Kripo mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Zwei junge Männer, die in Verdacht geraten waren, mussten aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil sie als Täter nicht infrage kommen. Am Messer, mit dem der Mörder auf beide Opfer einstach, fanden sich keine DNA-Spuren von ihm. Noch enttäuschender für die Kripo: Die verletzte 17-Jährige konnte ihren Peiniger auf Fotos nicht eindeutig identifizieren.

Der Durchbruch kam erst am Wochenende, fast drei Wochen nach dem mörderischen Raubüberfall. Bei ihren Ermittlungen stieß die auf mehrere Dutzend Beamte aufgestockte Sonderkommission auf die Spur des jungen Soldaten. Mit einem Durchsuchungsbefehl in der Tasche öffneten Beamte am Sonntagabend den Spind des 20-Jährigen in seiner Stube der Reichenhaller Kaserne. Sie fanden dort Kleidungsstücke, die der mutmaßliche Täter in jener Nacht auf den 14. Juli trug. Daran haftete Blut des 72-Jährigen und der jungen Frau. Für die Mordkommission war der 20-Jährige damit als Täter überführt.

Die Fahndung nach ihm wurde eingeleitet. Der Soldat war nach der Mordnacht für einige Tage nach Hammelburg abkommandiert worden. Am 18. Juli, so rekonstruierte es die Polizei, fuhr er mit dem Zug in seinen Heimatort Morbach. Dort verliert sich seine Spur vier Tage später. Am 22. Juli flog der Mann von Frankfurt am Main nach Norwegen. Die Kripo stufte ihn in ihrem Fahndungsaufruf als gefährlich ein und riet davon ab, sich ihm zu nähern.

Am Dienstag schnappte die Falle zu. „Die gute Zusammenarbeit der bayerischen und norwegischen Behörden sowie das beherzte Auftreten einer norwegischen Polizeistreife führten noch am Dienstagabend zur Festnahme des Gesuchten“, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Mittwochmorgen erleichtert mit. Nähere Details sollten am Nachmittag auf einer Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei in Bad Reichenhall bekanntgegeben werden.

Der Raubmord an dem Rentner und der Überfall auf die junge Frau hatten die Bevölkerung in dem Kurort nahe der österreichischen Grenze in Angst und Schrecken versetzt. Viele Menschen trauten sich nachts nicht mehr auf die Straße. Die Polizei erhöhte ihre Präsenz in der Stadt. Für Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens war eine Belohnung in Höhe von 20 000 Euro ausgesetzt worden. Die Polizei musste sich aber dennoch Kritik anhören, dass sie bei ihren Ermittlungen nicht vorankommen würde.

Der Täter hatte den 72-Jährigen in der Nacht nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft auf der Straße ermordet und kurz darauf die junge Frau auf dem Nachhauseweg überfallen. Beide Opfer wurden ausgeraubt. Die 17-Jährige erlitt schwere Schnittverletzungen und lag tagelang auf der Intensivstation einer Klinik.

dpa

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