"Bulgaria": Illegale Umbauten an Bord

Moskau - Gut zwei Wochen nach der Schiffskatastrophe auf der Wolga haben russische Rettungskräfte das Wrack der “Bulgaria“ an die Oberfläche gewuchtet. Experten entdeckten zahlreiche illegale Umbauten.

Lesen Sie dazu:

Wolga-Katastrophe: Taucher bergen 100 Tote

Bergung nach Schiffsunglück macht Probleme

In dem Havaristen fanden Taucher die Leichen der letzten beiden Vermissten, wie ein Sprecher des Organisationsstabs am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Damit forderte das schwerste Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren 122 Opfer. Neuen Erkenntnissen zufolge fehlten dem Ausflugsschiff vor dem Untergang am 10. Juli nur 40 Meter zu einer rettenden Sandbank. Bis zuletzt habe der Kapitän, der bei dem Unglück ums Leben kam, versucht, die Passagiere zu retten. Mit Spezialwinden hoben die mächtigen Schwimmkräne “Mogutschij“ und “KPL-351“ das Wrack nun zur technischen Prüfung auf ein Dock.

Unfassbare Katastrophe auf der Wolga

Unfassbare Katastrophe auf der Wolga

Ermittler und Angehörige erhoffen sich von der Untersuchung Aufschluss über die genaue Ursache der Katastrophe. Ein Sprecher des Zivilschutzministeriums bestätigte, dass das 1955 gebaute Doppeldeckschiff abgewrackt werden soll. “Erstens ist es alt, zweitens sollte man es schon aus ethischen Gründen aus dem Verkehr ziehen.“ Taucher hätten bei einer ersten Untersuchung bereits zahlreiche illegale Umbauten an Bord entdeckt.

Mindestens zwei Betreiber des Ausflugsschiffs sind in Haft. Auch gegen die Kapitäne von zwei Schiffen, die am Unglücksort vorbeigefahren waren, ohne Passagiere zu retten, werde Anklage erhoben, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin. “Sie leugnen die Tat, aber die Beweise sind eindeutig.“ Die technisch marode und mit 201 Menschen völlig überladene “Bulgaria“ war rund 750 Kilometer östlich von Moskau nahe der Stadt Kasan bei einem Unwetter gekentert. Dabei ertranken 72 Frauen, 28 Kinder und 22 Männer. 79 Passagiere konnten gerettet werden. Die Schwimmkräne hatten das Wrack in den vergangenen Tagen aus 20 Meter Tiefe geborgen und in einem aufwendigen Manöver zu einem Stauwasserspeicher geschleppt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lichter am Piccadilly Circus gehen aus
London - Neben Tower Bridge und Big Ben ist es eines der Wahrzeichen Londons: Der Piccadilly Circus mit seinen riesigen Leuchtreklamen. Doch genau die wurden jetzt …
Lichter am Piccadilly Circus gehen aus
Kind will sich angeblich selbst versteigern
Löhne - Ein Foto eines achtjährigen Mädchens und ein Gebot von mehr als 40 000 Euro: Eine dubiose Internetanzeige beschäftigt die Polizei in NRW. Der Fall weckt …
Kind will sich angeblich selbst versteigern
Bedford-Strohm und Marx treffen Papst Franziskus
Hannover - Die Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland wird am 6. Februar in Rom Papst Franziskus treffen. Ebenfalls bei der Privataudienz dabei ist der Münchner …
Bedford-Strohm und Marx treffen Papst Franziskus
Koffein-Schock: Brachte Energy-Drink "Monster" einen Mann um?
Washington - Ein tragischer Todesfall aus den USA beschäftigt nun die Justiz. Es geht um den beliebten Energy-Drink "Monster". 
Koffein-Schock: Brachte Energy-Drink "Monster" einen Mann um?

Kommentare