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Eines der Schiffe der Franklin-Expedition wurde vor wenigen Wochen im arktischen Eis entdeckt.

Vor Wochen entdeckt

Wrack der Franklin-Expedition identifiziert

Ottawa - Kanadische Wissenschaftler haben das vor wenigen Wochen im arktischen Eis entdeckte Schiffswrack der legendären Polar-Expedition von John Franklin identifiziert.

Bei dem Wrack handelt es sich um die "HMS Erebus", teilte Premierminister Stephen Harper am Mittwoch dem kanadischen Parlament mit. An der gescheiterten Expedition vor rund 170 Jahren waren insgesamt zwei Schiffe beteiligt, neben der "HMS Erebus" die "HMS Terror". Von beiden Schiffen fehlte bislang jede Spur.

Der britische Konteradmiral Franklin war mit den beiden Dampfschiffen am 19. Mai 1845 von England in See gestochen, um die damals sagenumwobene Nordwestpassage zu finden, die Atlantik und Pazifik verbindet. Letztmals von Europäern gesichtet wurden die beiden Schiffe, die als die Prunkstücke der britischen Marine galten, im August 1846 von der Besatzung zweier Walfangschiffe in der Baffin Bay zwischen Grönland und dem Arktischen Archipel. Erst 14 Jahre später wurde klar, dass die beiden Schiffe im Eis stecken geblieben und ihre Besatzungen umgekommen waren.

Das Wrack der "HMS Erebus" wurde am 7. September in der Meerenge Victoria Strait vor der King-William-Insel entdeckt. Dass Harper kurz darauf den archäologischen Sensationsfund höchstpersönlich verkündete, hat auch einen aktuellen politischen Grund. Der Premier hob hervor, dass die Franklin-Expedition "die Grundlage für Kanadas staatliche Souveränität" in der Arktis gelegt habe.

Kanada erhebt Anspruch auf die rund 5780 Kilometer lange Nordwestpassage, die wegen des Abschmelzen des Eises am Nordpol als Schifffahrtsweg zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dieser Anspruch wird jedoch von den USA und anderen Ländern angefochten, die in der Passage einen internationalen Wasserweg sehen.

Jahrzehntelang blieb alle Suche nach den beiden Schiffen der Franklin-Expedition vergeblich. In den vergangenen Jahren unternahm Kanada dann erneut verstärkte Anstrengungen, die Überreste der Expedition aufzuspüren. Seit 2008 gab es sechs großangelegte Suchkampagnen, für die Schiffe der kanadischen Küstenwache eingesetzt wurden.

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