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Die vielen Vergewaltigungsfälle in Indien führen zu Protesten.

Ranghohe Beamte suspendiert

Wütende Menge lyncht mutmaßlichen Vergewaltiger

Neu Delhi - Bei zwei getrennten Vorfällen sind in Indien zwei Männer wegen mutmaßlicher sexueller Angriffe auf Frauen gelyncht worden. Die Polizei erschoss einen Teilnehmer der wütenden Menge - mit Folgen.

Nach Polizeiangaben vom Freitag wurde ein mutmaßlicher Vergewaltiger im nordöstlichen Bundesstaat Nagaland von einem wütenden Mob erhängt, wobei die Polizei einen der Beteiligten erschoss. Laut einem Polizeisprecher war die wütende Menge am Donnerstagmorgen in das Gefängnis eingedrungen, hatte den Verdächtigen aus seiner Zelle gezerrt und ihn zum Glockenturm der Stadt geschleppt. Dort sei er geschlagen und aufgehängt worden. Der Mann war Ende Februar unter dem Vorwurf festgenommen worden, eine 19-jährige Frau aus der Volksgruppe der Naga mehrfach vergewaltigt zu haben.

Beim Versuch, die aufgeheizte Lage nach dem Lynchmord wieder in den Griff zu bekommen, erschoss die Polizei einen 25-jährigen Mann. Sie erließ eine Ausgangssperre und schickte hunderte Sicherheitskräfte zu Patrouillen auf die Straßen.

Für zusätzliche Spannungen sorgten Berichte, wonach es sich bei dem Vergewaltiger um einen Einwanderer aus Bangladesch handelte: Einheimische Stämme in dem Bundesstaat an der Grenze zu Myanmar werfen den Immigranten seit Jahren vor, sich widerrechtlich auf ihrem Land niederzulassen und ihnen damit den Lebensunterhalt zu nehmen. Seit der Festnahme des mutmaßlichen Vergewaltigers wurden wiederholt Geschäfte in bengalischem Besitz angegriffen.

Der Polizeichef der Stadt Dimapur, ein Gefängniswärter sowie ein Spitzenbeamter der Region seien vom Dienst freigestellt worden, berichtete der indische Sender NDTV am Samstag.

Tödliche Stockschläge für mutmaßliche Belästigung

In der Pilgerstadt Varanasi im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh wurde unterdessen ein etwa 50-jähriger Mann von einer wütenden Menge mit Stockhieben totgeprügelt. Zuvor hatte eine Gruppe junger Mädchen ihren Familien berichtet, während des hinduistischen Holi-Festes von mehreren Männern belästigt worden zu sein. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben drei mutmaßliche Beteiligte des Lynchangriffs fest.

Die Vorfälle ereigneten sich, nachdem die Regierung in einer umstrittenen Entscheidung die Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über die Gruppenvergewaltigung in der indischen Hauptstadt von Dezember 2012 verboten hatte. Der brutale Übergriff auf eine Studentin in einem öffentlichen Bus hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und eine landesweite Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst, die zu einer Verschärfung der Gesetze bei Vergewaltigung führte.

afp/dpa

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