+
Bundespräsident Christian Wulff in der Marktkirche in Hannover.

Wulff will Islamunterricht an deutschen Schulen

Hannover - Zum Beginn der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betonte Bundespräsident Christian Wulff die die Möglichkeit junger Menschen, ihren Glauben im staatlichen Religionsunterricht vermittelt zu bekommen.

“Für mich ist es selbstverständlich, dass es neben dem klassischen christlichen auch islamischen Religionsunterricht geben sollte - in deutscher Sprache von in Deutschland ausgebildeten Lehrern erteilt“, sagte Wulff in seinem Grußwort an die im Maritim Airport Hotel in Hannover versammelten Synodalen. Der Dialog zwischen den Religionen finde nicht allein in klimatisierten Konferenzräumen statt, sondern vor allem an Orten des täglichen Lebens: auf dem Schulhof, auf dem Sportplatz und im Stadtviertel.

Zugleich unterstrich Wulff, das erste katholische deutsche Staatsoberhaupt seit mehr als 40 Jahren, auch die Wichtigkeit der Glaubensfreiheit und die historische Bedeutung des im Christentum verankerten Themas der Nächstenliebe. “Alle Ausgestaltungen des Sozialstaates gehen auch auf Vorstellungen der christlichen Gesellschaftslehre zurück“, sagte der Bundespräsident.

Mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Marktkirche in Hannover hat am Sonntag die EKD begonnen. Nach dem Rücktritt von Margot Käßmann im Februar stellen sich gleich drei Kandidaten zur Wahl für den 15-köpfigen Rat der EKD. Für den Ratsvorsitz bewirbt sich der rheinische Präses Nikolaus Schneider, der das Amt nach dem Rücktritt Käßmanns kommissarisch übernommen hatte. Außerdem sollen die Gewerkschafterin Edeltraud Glänzer und die Theologie-Professorin Christiane Tietz in das Leitungsgremium der EKD vorrücken. Gewählt wird am 9. November.

Die Synode der EKD besteht aus 126 Mitgliedern. 106 Synodale werden durch die Synoden der 22 Gliedkirchen gewählt, 20 Synodale beruft der Rat zusätzlich. Dabei werden Personen ausgesucht, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben. Neben den Wahlen des neuen Ratsvorsitzenden wird auch der Haushalt für 2011 beraten.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Musste Frau aus religiösen Gründen sterben? 
Heilbronn - Er soll eine schlafende Seniorin getötet und danach arabische Schriftzeichen mit religiösen Botschaften im Haus hinterlassen haben. Vor dem Heilbronner …
Musste Frau aus religiösen Gründen sterben? 
56 Schnäpse: Barbesitzer nach tödlichem Wettsaufen verurteilt
Clermont-Ferrand - Weil der Mann hinter der Theke nicht einschritt, hat ein Mann in Frankreich 56 Schnäpse geext. Der Bar-Rekord war ihm damit zwar sicher - sein Tod …
56 Schnäpse: Barbesitzer nach tödlichem Wettsaufen verurteilt
Mann (21) erwürgt Mutter und lässt das Baby im Stich
Wuppertal - Drama in einem Wuppertaler Mehrfamilienhaus: Neben der Leiche einer 20-jährigen Mutter liegt ihr schreiendes, drei Monate altes Baby. Die Obduktion ergibt, …
Mann (21) erwürgt Mutter und lässt das Baby im Stich
Heftige Schneefälle sorgen in Spanien für Chaos
Valencia - Rund 2000 Menschen haben im Osten Spaniens die Nacht zum Freitag bei eisigen Temperaturen auf einer eingeschneiten Autobahn verbracht.
Heftige Schneefälle sorgen in Spanien für Chaos

Kommentare