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Leer sind im Hauptbahnhof in Wuppertal die Gleise. Foto: Federico Gambarini

Zehntausende Pendler

Wuppertal bis Ende August ohne Bahnanschluss

Im Raum Wuppertal ist Improvisieren angesagt: Die Bahn fährt die siebtgrößte Stadt von NRW wochenlang nicht an. Als Ersatz ist eine Armada von Bussen in der Region unterwegs. Am Ende der Auszeit soll ein neues Stellwerk für die Bahn fertig sein.

Wuppertal (dpa) - Die Stadt Wuppertal ist seit Sonntagabend für mehrere Wochen komplett vom Netz der Bahn abgekoppelt. "Um 22 Uhr hat die Sperrung des Bahnknotens planmäßig begonnen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntagabend.

Die Sperrung dauert während der Sommerferien von Nordrhein-Westfalen. An Werktagen sind täglich Zehntausende Pendler von dem in NRW beispiellosen Einschnitt betroffen. Viele Betroffene können in der Zeit mehr Heimarbeit machen oder haben Fahrgemeinschaften gebildet. Am 30. August um 4 Uhr soll der Schienenverkehr wieder nach Plan starten.

Grund für den mehr als sechs Wochen langen Stopp des Bahnverkehrs ist die Einrichtung eines neuen Stellwerks für 32 Millionen Euro. Das neue Werk ersetzt drei überalterte Anlagen aus den 1960er Jahren.

Ein Schienenersatzverkehr verbindet Wuppertal mit dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf sowie dem benachbarten Solingen. Die sonst auf der Bahnstrecke fahrenden Verkehrsunternehmen setzen 230 Fahrer und 90 Busse ein, um den Zugverkehr zu ersetzen. Zwischen Wuppertal und dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf fahren bis zu acht Schnellbusse pro Stunde und Richtung. Der Fernverkehr mit ICE- und IC-Zügen wird über das Ruhrgebiet umgeleitet.

Nach den Erfahrungen aus der ersten Sperrung in den Osterferien haben Bahn und beteiligte Verkehrsunternehmen die Ersatzverbindungen mit Bussen massiv ausgeweitet. Reisende hatten heftig Kritik geübt: Teils mussten Fahrgäste ortsunkundigen Fahrern den Weg zeigen. Die Fahrtzeiten auf der überfüllten Autobahn waren zu knapp kalkuliert und die Ersatzhaltestellen schlecht ausgeschildert.

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