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Wer gerne Musik hört, surft häufig auch auf YouTube, um sich die Videos zu den Liedern anzusehen. Nicht selten werden Musik-Fans auf ihrer Video-Suche enttäuscht.

YouTube und Gema: Ein Streit um die Musik

Popstar Psy stellt einen neuen Rekord auf YouTube auf – und niemand in Deutschland bekommt etwas davon mit. Denn das neue Video „Gentleman“ können deutsche Nutzer nicht abrufen. Schuld ist ein Streit zwischen YouTube und Gema. Worum es dabei geht, erfahren Sie hier.

Überall auf der Welt tanzen Menschen zu Psys Mega-Hit „Gangnam Style“. Der Clip zum Lied ist mit 1,5 Milliarden Aufrufen das meistgesehene Musikvideo auf der Internet-Videoplattform YouTube. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Denn der Südkoreaner ist weiter auf Rekordjagd. Zwei Tage nach Veröffentlichung seiner neuen Single „Gentleman“ wurde das Video innerhalb von 24 Stunden 38 Millionen Mal auf YouTube angeklickt. Das berichtet die US-Ausgabe der „Huffington Post“.

YouTube-Gema-Streit verärgert deutsche Musik-Fans

Psy entwickelt sich zu einem echten Pop-Phänomen, doch der Anteil der deutschen Fans daran ist gering. Sie können sich das Video nicht ansehen. Anstatt des Clips erscheint auf YouTube eine Sperrtafel, auf der Folgendes steht: „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, weil es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der Gema nicht eingeräumt wurden.“ Psy-Anhänger und andere betroffene Musik-Fans sind verärgert.

Welche und wie viele Videos konkret für deutsche Nutzer nicht mehr zur Verfügung stehen, zeigt eine App von OpenDataCity. Sie prüft täglich die Erreichbarkeit der 1.000 angesagtesten Musikvideos auf der Plattform. Insgesamt bekommen deutsche Fans bei rund 60 Prozent der Lieder die berüchtigte Sperrtafel angezeigt. Die visuelle Aufbereitung des Themas zeigt zudem, welche Lieder die rechtlichen Probleme zwischen den beiden Parteien verursachen und damit auch, wessen Urheberrechte die Gema vertritt.

Unterstützt durch MyVideo. Realisiert von OpenDataCity. Anwendung steht unter CC-BY 3.0.

Die Gema, Vertreter der Musiker

Die Lieder von Musikschaffenden unterliegen bestimmten Nutzungsrechten. Wird ein Lied über Radio, Fernsehen, Internet oder bei Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, muss das entsprechende Medium dafür zahlen. Als Verwertungsgesellschaft ist die Gema dafür zuständig, den Musikern ihren finanziellen Anteil daran zukommen zu lassen. 2009 lief der alte Lizenzvertrag zwischen Gema und YouTube aus. Seitdem streiten beide Unternehmen darum, wie viel Geld die Video-Plattform den Gema-Künstlern zahlen soll. Die Verwertungsgesellschaft würde gerne einen festen Betrag von 0,375 Cent pro Stream festlegen, doch YouTube möchte nicht pro Video-Abruf zahlen.

YouTube, das Internet-Videoportal

Das Google-Unternehmen versteht sich selbst nicht als Anbieter der Musikclips, sondern als Plattform, auf dem Videos hochgeladen werden. Dabei finanziert es sich aus Werbegeldern. YouTube schlug der Gema deshalb eine prozentuale Beteiligung an diesen Einnahmen vor. Auf einen gemeinsamen Nenner ist man bisher nicht gekommen. Aus Selbstschutz, um von der Gema nicht belangt zu werden, sperrt YouTube seitdem alle urheberrechtskritischen Videos.

Ein Ausblick

Der Streit um die Lizenzen mündete in eine Schadensersatzklage der Gema gegen das Google-Unternehmen. Dabei geht es um eine Summe von 1,6 Millionen Euro. Eine Schiedsstelle prüft unterdessen, ob die von der Gema geforderte Mindestvergütung pro Video-Abruf angebracht ist.

Gleichzeitig hat die Gema eine Unterlassungsklage gegen YouTube eingereicht. Denn ihr missfällt die Formulierung auf den Sperrtafeln. Nicht die Gema sei schuld, dass die Videos nicht abrufbar seien, sondern die Plattform. Generell sei YouTube die Nutzung der Clips gestattet, nur müsse das Unternehmen die Künstler eben dafür angemessen entlohnen. Wie Gerichte und Schiedsstelle entscheiden werden, bleibt abzuwarten.

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