Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte geht deutlich zurück

Das Bundeskriminalamt teilte mit, dass die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte deutlich zurück gegangen ist. Das teilte die Behörde jetzt mit.

Berlin - Die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte in Deutschland ist in diesem Jahr bislang deutlich rückläufig. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wurden bis Mitte Juni bundesweit 127 entsprechende Vorfälle registriert. In den beiden Vorjahren lagen die Werte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise deutlich darüber: 2016 wurden im gesamten Jahr 995 Straftaten gegen Asylunterkünfte verzeichnet, 2015 waren es bundesweit 1031. 

Zuerst hatte die Zeitung "Welt" am Freitag über die Zahlen des BKA berichtet. Für 118 der 127 Übergriffe in diesem Jahr macht die Wiesbadener Behörde rechtsmotivierte Täter verantwortlich. Auch bei den anderen neun Taten könne eine politische Motivation noch nicht ausgeschlossen werden. In 24 Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um Gewalt-, in 38 Fällen um Propagandadelikte. 28 Mal hätten die Behörden Sachbeschädigungen registriert, elf Mal habe es Brandstiftungen gegeben. In zwei Fällen sei Sprengstoff zur Explosion gebracht worden. 

"Ich hoffe sehr, dass Angriffe von Rechtsextremen auf Flüchtlingsunterkünfte wirklich bald der Vergangenheit angehören", sagte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke der Nachrichtenagentur AFP. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh. "Noch immer gibt es fast jeden zweiten Tag solche schändlichen Angriffe. Daran dürfen wir uns nicht gewöhnen." Jelpke sagte, es wäre gut, wenn alle Parteien darauf verzichten würden, mit dem Flüchtlingsthema Wahlkampf zu betreiben. "Je mehr fremdenfeindliche Untertöne geäußert werden, desto mehr ist das Wasser auf die Mühlen von Rassisten und Neonazis", fügte sie hinzu. 

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fünf Verletzte bei Explosion in Londoner U-Bahn-Station - Verdächtiger festgenommen
Aufregung im Norden von London am Dienstagabend. In einer U-Bahn-Station sind am Dienstagabend bei einer Explosion fünf Menschen verletzt worden.
Fünf Verletzte bei Explosion in Londoner U-Bahn-Station - Verdächtiger festgenommen
Vermisste Tramperin Sophia: Tatverdächtiger in Spanien festgenommen - Familie gibt die Hoffnung nicht auf
Seit vergangener Woche wird die 28-jährige Leipzigerin Sophia Lösche vermisst. Die letzte Spur führt zu einem 40-jährigen Lastwagenfahrer, mit dem sie in ihre bayerische …
Vermisste Tramperin Sophia: Tatverdächtiger in Spanien festgenommen - Familie gibt die Hoffnung nicht auf
Das Handy in meinem Bett: Weniger Schlaf durchs Smartphone
Berlin (dpa) - Ping, piep, blink: Das Smartphone im Bett raubt vielen Bundesbürgern laut einer repräsentativen Umfrage regelmäßig Schlaf. Von rund 4000 Befragten nutzte …
Das Handy in meinem Bett: Weniger Schlaf durchs Smartphone
Schicksal von Tramperin trotz Festnahme ungewiss
Seit Tagen wird nach einer vermissten Tramperin aus Leipzig gesucht. Inzwischen geht die Polizei von einem Verbrechen aus. Aber wo ist das 28 Jahre alte Opfer?
Schicksal von Tramperin trotz Festnahme ungewiss

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.