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Zahl der Drogentoten geht erneut zurück

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- Berlin - Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gesunken. Die Zahl der Todesopfer ging 2006 zum sechsten Mal in Folge zurück. Nach den meist auf dem Stand von Mitte Dezember basierenden vorläufigen Zahlen starben im gerade abgelaufenen Jahr 1179 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Rauschmittel.

Das war nach Auskunft von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) ein Rückgang um 11,2 Prozent. Im Jahr 2005 hatte die Zahl der Drogentoten noch bei 1326 gelegen. Den abschließenden Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung wird es voraussichtlich Mitte des Jahres geben.

Wie eine dpa-Umfrage bei den Innenministerien der Bundesländer am Mittwoch ergab, wurden die meisten Drogentoten nach den bisherigen Zahlen wieder in Berlin gezählt. Bis Ende November starben in der Hauptstadt 161 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Berlin verzeichnete damit aber einen deutlichen Rückgang, nachdem es dort 2005 noch 174 Opfer gegeben hatte. Betroffen waren 2006 wieder besonders Männer (79 Prozent). Einen überraschenden Zuwachs an Drogentoten gab es in Rheinland-Pfalz. 2005 waren dort 54 Todesopfer gezählt worden, im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 78 an. Eine Erklärung gibt es hierfür nach Auskunft des Mainzer Landeskriminalamtes nicht.

Wieder unter die Grenze von 100 Drogentoten sank die Zahl der Opfer in Hessen. Nach 103 Toten 2005 wurden 2006 nach den vorläufigen Berechnungen 96 Todesfälle gezählt. Nach Informationen des hessischen Innenministeriums blieb die Hauptursache Heroinsucht. 70 Todesfälle seien darauf zurückzuführen. Auch in Hessen waren besonders Männer betroffen. Nur acht der 96 Toten seien weiblich gewesen, teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. Bereits am Neujahrstag verzeichnete die Polizei in Frankfurt den ersten Drogentoten des Jahres 2007.

Einen deutlichen Rückgang verzeichneten die zuständigen Behörden in Bayern. Nach Auskunft von Innenminister Günther Beckstein (CSU) starben 2006 im Freistaat 185 Menschen an den Folgen ihrer Sucht. Weniger Drogentote hatte im zurückliegenden Jahr auch Hamburg zu verzeichnen. Nach vorläufigen Zahlen starben in der Hansestadt 21 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Bei zahlreichen Opfern stünden allerdings noch gerichtsmedizinische Untersuchungen an, teilte die Innenbehörde mit. Die Zahl von 61 Todesopfern aus dem Jahr 2005 werde aber definitiv deutlich unterschritten.

Rückläufig sind die Zahlen auch in Brandenburg, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und im Saarland. Zwei Drogentote mehr als im Vorjahr gab es in Baden-Würtemberg. Keine vorläufigen Zahlen wollte das Innenministerium von Nordrhein- Westfalen nennen, nachdem es 2005 zunächst von einem Rückgang gesprochen hatte, dann aber einen Anstieg vermelden musste.

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