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Hanfparade in Berlin: Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der Konsum von Haschisch und Marihuana massiv angestiegen.

"Bedenkliche Entwicklung"

Zahl der jungen Kiffer deutlich gestiegen

Köln - Experten schlagen Alarm: Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland ist der Konsum von Haschisch und Marihuana massiv angestiegen.

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland konsumieren Cannabis. Das zeigt eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 17,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben demnach an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. 2008 waren es erst 11,6 Prozent. Mehr als ein Drittel (37,2 Prozent) haben Cannabis zumindest schon einmal ausprobiert, rund fünf Prozent nehmen es regelmäßig. Selbst unter den 12- bis 17-Jährigen hat bereits gut jeder Zehnte schon einmal die Droge probiert.

Vor allem unter jungen Männern nimmt der Cannabiskonsum zu: Während 2008 noch jeder siebte Mann zwischen 18 und 25 Jahren (14,8 Prozent) angab, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal zu der Droge gegriffen zu haben, ist es aktuell jeder vierte (23,9 Prozent). Auch bei den 18- bis 25-jährigen Frauen gibt es einen Anstieg von 8,3 auf 11,2 Prozent.

Von den 12- bis 17-Jährigen gaben rund acht Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis genommen zu haben; mehr als zwei Prozent taten dies regelmäßig. Für die Studie wurden zwischen Mai und August 2014 insgesamt 7000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) warnte, der Konsum von Cannabis könne gerade für Jugendliche und junge Erwachsene zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. "Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der Zwölf- bis 25-Jährigen die Zahl derer, die regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist." Dafür machte Mortler auch die Befürworter einer Legalisierung von Cannabis mitverantwortlich. Sie warf ihnen vor, die Gesundheitsgefahren zu verharmlosen.

Auch BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss sprach von einer "bedenklichen Entwicklung". Mit zunehmender Dauer und Intensität des Cannabiskonsums leide die Hirnleistungsfähigkeit. Umfangreiche Präventionsangebote seien deshalb "unverzichtbar", damit junge Menschen gar nicht erst mit dem Konsum von Cannabis anfingen, erklärte Thaiss.

Die Forderungen nach einer Freigabe der Droge hatten zuletzt zugenommen. Vor allem die Grünen und die Linkspartei, aber auch die FDP unterstützen eine Legalisierung. Mit dem Bremer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) sprach sich zudem erstmals ein Länderregierungschef für die Legalisierung von Cannabis aus.

afp

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