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Noch gibt es Gorillas, aber auch sie sind vom Aussterben bedroht.

Deutsche plündern Ressourcen anderer Länder

WWF warnt vor "globalem Burnout"

München - Die Reserven der Erde nehmen laut der Umweltstiftung WWF in bedrohlichem Maße ab. Die Deutschen sind nicht unwesentlich am Raubbau an der Natur beteiligt. Leidtragende sind vor allem Tiere.

Durch Jagen, Fischen oder einfach den Verlust von Lebensraum ist die Zahl von Land- und Meerestieren in 40 Jahren um 39 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem „Living Planet Report 2014“ hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Der WWF beklagte, dass "die Zahl der Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische weltweit im Durchschnitt rund halb so groß ist wie vor 40 Jahren". Dies sei ein "viel größerer Rückgang" als bisher gedacht. Die Zahl der Süßwasser-Tiere ging sogar um 76 Prozent zurück. Den drastischsten Rückgang vermeldete der WWF mit 83 Prozent aus Lateinamerika.

Der WWF verwies dabei insbesondere auf das Problem der menschlichen Bevölkerungsexplosion - die Bevölkerung wuchs weltweit von 3,7 Milliarden im Jahr 1970 auf fast sieben Milliarden im Jahr 2010. Der Klimawandel werde den Druck auf die Tierarten noch verstärken.

Die Auswirkungen durch Bewohner reicher Länder wie Kuwait, Katar, Dänemark, Belgien, die USA oder Singapur waren unter anderem wegen der Kohlendioxid-Emissionen besonders stark, während Menschen in ärmeren Ländern vor allem durch Land- und Waldnutzung zum Rückgang der Wirbeltiere beitrugen.

Der Bericht stützt sich auf Daten über 3200 Wirbeltier-Arten - 1562 Landtiere, 757 Süßwasserarten und 910 Meerestiere - von Elefanten über Haie und Schildkröten bis hin zu Albatrossen.

Deutsche plündern natürliche Ressourcen anderer Länder

Die Deutschen verbrauchen für ihren Lebensstil pro Jahr weit mehr als doppelt so viele natürliche Ressourcen wie ihr eigenes Land dauerhaft zur Verfügung stellen kann. Deutschland habe große Teile seines sogenannten ökologischen Fußabdrucks auf andere Länder ausgelagert und nehme deren Ressourcen für eigene Zwecke massiv in Anspruch. Ein Beispiel sei der Import großer Mengen von Soja als Futtermittel für die deutsche Landwirtschaft, erklärte der WWF in der neuen Ausgabe des jährlich erscheinenden Berichts, der auf das Problem der massiven Übernutzung der Lebensgrundlagen der Erde aufmerksam machen will. Allein in Südamerika werde dafür eine Fläche von 2,2 Millionen Hektar benötigt.

Den ökologische Fußabdruck ermittelt der WWF, indem er berechnet, wie viel "Biokapazität" zur Aufrechterhaltung eines Lebensstils verbraucht wird. Der bei weitem größte Einflussfaktor ist der Ausstoß des Treibhausgases CO2 durch die Energiegewinnung, der die natürliche Aufnahmekapazität der Ökosysteme längst weit überschreitet und zu steigenden Konzentrationen in der Atmosphäre führt. Hinzu kommt unter anderem auch der Platzbedarf für Siedlungen, Weide- und Ackerland.

"Wir sind weit davon entfernt, Vorbild zu sein. Es muss uns endlich gelingen, den deutschen Fußabdruck auf ein nachhaltiges Maß zu senken", forderte Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. Nur so sei es möglich, auch kommenden Generationen ein hohes Wohlstandsniveau zu garantieren. Von entscheidender Bedeutung sei der Erfolg der deutschen Energiewende, dazu eine Neuausrichtung von Landwirtschaft und Verkehr. "Wir entziehen uns und unseren Kindern die Lebensgrundlagen in atemberaubender Geschwindigkeit", warnte Brandes.

Wir verhalten uns, als hätten wir eine zweite Erde

"Wir gebrauchen die Geschenke der Natur als ob wir mehr als nur eine Erde zu unserer Verfügung hätten", kritisierte WWF-Generaldirektor Marco Lambertini im Vorwort zu dem Bericht. Bei einer Hochrechnung der deutschen Konsumverhältnisse auf den gesamten Planeten wären 2,6 Erden nötig, um den aktuellen Ressourcenbedarf so zu decken, dass die natürliche Regenerationsfähigkeit der globalen Ökosysteme nicht überlastet werde. Dazu zählen etwa Ackerland, Fischgründe oder Wälder.

Insgesamt übernutzt die Menschheit die ökologische Tragfähigkeit der Erde den WWF-Berechnungen zufolge um das Eineinhalbfache, es wären also rechnerisch 1,5 Planeten für eine nachhaltige Bedarfsdeckung nötig.

Mensch für Hitzewellen mitverantwortlich

Der vom Menschen verursachte Klimawandel kann Hitzwellen verstärken. Dies geht aus einer am Montag (Ortszeit) im „Bulletin of the American Meteorological Society“ veröffentlichten Studie hervor. Mehrere Forscherteams hatten unter anderem 16 verschiedene extreme Wetter- und Klimaereignisse aus dem Jahr 2013 untersucht, darunter fünf Hitzewellen.

Menschliche Aktivitäten wie etwa das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas verstärkten die Häufigkeit und Schwere von Hitzewellen deutlich, teilte die US-Behörde für Ozeanographie und Atmosphäre NOAA mit. NOAA-Wissenschaftler hatten die Studie mitverfasst. Bei der Hitzewelle in Australien 2013 hätten dies fünf voneinander unabhängige Untersuchungen gezeigt.

Seit 1984 hat sich den Forschern zufolge aufgrund des menschlichen Einflusses die Zahl der Hitzewellen in Australien verdreifacht. „Die Beweise sind ziemlich beeindruckend“, sagte Mitautor Peter Stott von der britischen Meteorologie-Behörde. „Es ist schwer vorstellbar, dass wir ohne Klimawandel solche Temperaturen hätten.“. Das Risiko, dass extreme Hitze und extreme Trockenheit in Australien zusammen auftreten, werde sich sehr wahrscheinlich vom Zeitraum 1861-1901 bis zum Zeitraum 1993-2033 versiebenfachen, heißt es in der Studie.

Bei anderen extremen Wetterereignissen wie Trockenheiten, Starkregen und Stürmen war der menschliche Einfluss weniger klar nachzuweisen.

Auch in Europa wurden mehrere Klimaereignisse untersucht, darunter der sehr heiße und trockene Sommer 2013 in Westeuropa. Hier habe der vom Menschen ausgelöste Klimawandel - in Kombination mit natürlichen Schwankungen in der Temperatur der Wasseroberfläche im Nordatlantik - eine große Rolle gespielt.

Für die starken Regenfälle im Frühling 2013 in den oberen Flussgebieten der Donau und Elbe fanden die Forscher dagegen keinen Hinweis auf menschliche Ursachen. Auch Orkan „Christian“, der im Oktober 2013 über Norddeutschland und Dänemark hinweggefegt war, sei zwar stark und ungewöhnlich gewesen, so die Forscher. Er liege aber im Bereich der über viele Jahrzehnte beobachteten Schwankungen bei Stürmen.

afp/dpa

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