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Die Waldbrände in Chile sind noch immer außer Kontrolle.

Fläche doppelt so groß wie Berlin

Chile kämpft mit größtem Waldbrand-Desaster seiner Geschichte

Santiago de Chile - In Chile wüten die wohl schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes. Aber die Hälfte der Löschflugzeuge muss wegen Pannen am Boden bleiben. Helferin in der Not ist eine reiche Dame aus den USA.

Es ist einfach zu trocken, die Feuersbrunst breitet sich in Chile seit einer Woche aus. Schon drei Feuerwehrleute starben, die Hauptstadt Santiago de Chile ist zeitweise in Rauch gehüllt. „Wir kämpfen gegen das größte Waldbrand-Desaster unserer Geschichte“, sagt Präsidentin Michelle Bachelet. Sie ist in Erklärungsnot geraten: Nur drei der sechs Löschflugzeuge der nationalen Forstbehörde sind einsatzbereit - während sich die Flammen ausweiten.

Wetterbericht verspricht keine Erleichterung

Die Wettervorhersagen versprechen nichts Gutes: Kaum Regen und fast 40 Grad in den nächsten Tagen. Eine riesige Fläche von rund 1600 Quadratkilometern ist bereits abgebrannt, das entspricht fast der doppelten Fläche Berlins und fast der vierfachen Fläche Wiens. Vor allem Bauern leiden unter dem Verlust ihrer Felder und Ländereien.

Ohnehin haben Korruptionsaffären und Unzufriedenheit über fehlende Bildungs- und Rentenreformen die Zustimmung zur sozialdemokratischen Präsidentin auf nur noch rund 20 Prozent sinken lassen. Bei den Wahlen im November droht ihrem Lager der Verlust der Macht - ein weiteres Land in Südamerika könnte dann wieder von Konservativen regiert werden und sich der jüngste Trend der Abkehr von linken Regierungen wie in Brasilien und Argentinien hier fortsetzen.

"Regierung ist hilflos"

Wie groß der Druck ist, zeigt die Tatsache, dass Bachelet eine Reise zu einem Amerika-Gipfel in der Dominikanischen Republik und nach Haiti absagte. Stattdessen reiste sie in die Katastrophenregion in die Stadt Pumanque, 230 Kilometer südlich von Santiago, um Kritik zu begegnen, die Regierung sei hilflos bei der Bekämpfung der Flammen.

Für die Umweltstiftung WWF liegt eine Ursache in der Erderwärmung mit mehr Dürrephasen. „Weltweit nehmen Häufigkeit und Intensität der Brände zu - mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur“, sagt die Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland, Susanne Winter. 15 bis 20 Prozent der Treibhausgasemissionen gingen mittlerweile auf Waldbrände zurück. Wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen gehe verloren. „Wir befinden uns in einer gefährlichen Spirale. Der Klimawandel sorgt für mehr Brände und mehr Brände verstärken den Klimawandel.“

Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen

Der Staatsanwalt der besonders betroffenen Region O'Higgins, Emiliano Arias, sieht eine Ursache für die Brände in maroden und zu nah an Waldgebieten gebauten Stromleitungen. Äste peitschten durch den Wind gegen die Leitungen und diese gaben dadurch Funken ab, die das trockene Gras und Laub am Boden entzündet haben können. Attackiert wird besonders das Unternehmen Compañia General de Electricidad, das zu 90 Prozent dem spanischen Konzern Gas Natural Fenosa gehört. Zudem will Bachelet Brandstiftungen nicht ausschließen: „Wir können bisher nicht ausschließen, dass bei den Bränden auch Vorsatz im Spiel ist.“

90 Brände wüten in Chile

Rund 90 Brände wüten, allein um Pumanque sind 70 Prozent der Wälder und Agrarflächen zerstört. Auch der Chef der nationalen Forstbehörde (Conaf), Aarón Cavieres, geriet in den vergangenen Tagen wegen der mangelnden Zahl an Löschflugzeugen stark in die Kritik - aber dann kam Hilfe von Lucy Ana Avilés, einer Chilenin, die im US-Staat Colorado lebt und ihrem Heimatland weiter in Solidarität verbunden ist.

Wie Conaf-Chef Cavieres mitteilt, schickte sie das größte Löschflugzeug der Welt, eine Boeing 747-400 Supertanker, nach Chile. Der Flieger kann 73 000 Liter Wasser in zehn Tanks transportieren.

Das Portal „Emol“ berichtet, dass der Einsatz sehr kostspielig sei. „Das Volumen beträgt rund zwei Millionen Dollar, um sechs Tage fliegen zu können“, sagt Magdalena Moreno, Direktorin der Stiftung Vientos del Sur, die von Avilés' Ehemann, Ben Walton, gegründet wurde. Er ist der wohlhabende Enkel von Sam Walton, dem Gründer der heute weltweit größten Supermarktkette Walmart. Für Präsidentin Bachelet und ihre Regierung ist diese unerwartete Hilfe aus den USA ein Segen - sie braucht dringend Erfolge bei der Brandbekämpfung.

Waldbrände in Chile außer Kontrolle

dpa

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