15 Jahre in Haft

Unschuldig verurteilt: Millionen-Entschädigung

New York - Fast zwei Jahrzehnte nach seiner unrechtmäßigen Verurteilung wegen Mordes erhält ein Mann aus New York zehn Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) Entschädigung.

Die Summe wurde in einem Vergleich festgelegt, durch den ein Rechtsstreit zwischen dem 42-jährigen Jabbar Collins und der Stadt New York beigelegt wurde, wie Collins' Anwalt am Mittwoch mitteilte. Durch eine ähnliche außergerichtliche Einigung hatte Collins zuvor bereits drei Millionen Dollar vom Bundesstaat New York erhalten.

Der Schwarze war im März 1995 im Alter von 21 Jahren zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Manhattan sah es damals als erwiesen an, dass er im Februar 1994 einen Rabbi im Stadtteil Brooklyn getötet hatte. Das Gericht stützte sich hauptsächlich auf Zeugenaussagen. Sie hatten angegeben, Collins' Flucht vom Tatort beobachtet zu haben.

2010 wurde Collins freigesprochen. Er hatte während der Haft Jura studiert und herausgefunden, dass einer der Zeugen seine Aussage noch vor dem Prozess zurückgezogen hatte. Collins' Verteidiger war darüber aber nicht informiert worden. Als Collins noch auf weitere Unregelmäßigkeiten stieß, legte er Beschwerde gegen seine Verurteilung ein. Bundesrichterin Dora Irizarry hob das Urteil schließlich auf und klagte über "beschämendes" Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft.

Im Juni hatten sich bereits fünf schwarze und hispanische Männer, die irrtümlicherweise wegen der Vergewaltigung einer weißen Investmentbankerin im Central Park verurteilt worden waren, mit der Stadt New York auf eine Entschädigung von insgesamt 40 Millionen Dollar geeinigt.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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