Zeitung: Pädophilie-Problem bei Pro Familia

Berlin - Auch die Organisation Pro Familia hat einem Zeitungsbericht zufolge in ihren Vereinsmagazinen in den 1980er und 1990er Jahren pädophilenfreundliche Ansichten verbreitet.

Nach Recherchen des Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstag) finden sich entsprechende Beiträge in mehreren Ausgaben des „Pro Familia Magazins“. Zuvor waren die Wissenschaftler, die den Einfluss pädophiler Strömungen auf die Partei der Grünen untersuchen, auch bei anderen Organisationen auf Dokumente gestoßen, in denen etwa eine Entkriminalisierung der Pädophilie gefordert wurde. Dazu gehörten der frühere Jugendverband der FDP, die Jungdemokraten sowie der Deutsche Kinderschutzbund.

In dem Magazin seien mehrfach Autoren zu Wort gekommen, die etwa einen „Kreuzzug gegen die Pädophilie“ kritisierten, so die Zeitung. In einer Stellungnahme betonte Pro Familia, in den Verbandsmagazinen sei die „eindeutige Verurteilung des sexuellen Missbrauchs“ an keiner Stelle infrage gestellt worden. „Angesichts des jetzt bekannten Ausmaßes an sexuellem Missbrauch würde man heute die Rechte der Kinder viel stärker in den Blick nehmen“, so der Verband. Die Debatte über Pädophilie in der Sexualwissenschaft sei immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Diskussionsstand geprägt worden. 1998 distanzierte sich Pro Familia nach Angaben des „Tagesspiegels von Positionen, wie sie in früheren Magazinen angesprochen wurden. Im Jahr 2000 stellte der Verband fest, Pädophilie könne und dürfe “keine gelebte Lebensform„ sein.

KNA

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