Weiterer Verdacht gegen geständigen Täter im Fall Mirco

Grefrath - Im Mordfall Mirco gibt es einen weiteren konkreten Verdacht gegen den verhafteten Olaf H. Am Freitag hätten Beamte mit Leichenspürhunden das Haus und den Garten des 45-Jährigen in Schwalmtal durchsucht.

Das berichtete die “Bild am Sonntag“. Chefermittler Ingo Thiel sagte dem Blatt: “Wir überprüfen derzeit, ob Olaf H. weitere Straftaten begangen hat.“

Thiel verwies dem Zeitungsbericht zufolge konkret auf den Fall Claudia R. Seit fast 15 Jahren fahndet die Bonner Mordkommission nach dem Mörder des damals elf Jahre alten Mädchens. Claudia verschwand 1996 bei Grevenbroich und wurde zwei Tage später tot auf einem Feldweg gefunden. Polizeisprecher Willy Theveßen kündigte am Sonntag auf dapd-Anfrage an, im Laufe des Sonntags werde die Polizei zum aktuellen Stand ein schriftliches Statement abgeben.

Bilder von den Ermittlungen im Fall Mirco (10)

Bilder von den Ermittlungen im Fall Mirco (10) aus Grefrath

Der zehnjährige Mirco war am 3. September vergangenen Jahres verschwunden. Groß angelegte Suchaktionen mit 1.000 Polizisten sowie Tauchern, Hubschraubern und Tornados der Bundeswehr blieben erfolglos. In der vergangenen Woche wurde der Tatverdächtige Olaf H. festgenommen. Der Mann ist geständig und hatte die Ermittler zum Tatort und damit auch zur Leiche des Kindes geführt. Seitdem sitzt der Familienvater unter anderem wegen Mordverdachts und Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft. Er soll Mirco am Abend des 3. September entführt, sich in einem Waldstück an ihm vergangen und ihn dann umgebracht haben.

Unterdessen gibt es dem Zeitungsbericht zufolge Zweifel an dem von H. angegebenen Tatmotiv. Der Tatverdächtige hatte ausgesagt, er habe den Jungen aus Frust getötet, weil ihn zuvor sein Chef am Telefon “zusammengefaltet“ habe. Doch laut Ermittler Thiel hat es so ein Telefonat wohl nie gegeben: “Wir glauben eher, das waren Fantasien, die sich beim Täter im Kopfkino länger aufgestaut haben und bei der Tat dann ausgelebt wurden.“

Seinem Anwalt Gerd Meister hat Olaf H. laut “Bild am Sonntag“ inzwischen ein ganz anderes Tatmotiv erzählt. “Mein Mandant hat mir anvertraut, dass er selber als Kind sexuell missbraucht worden sei“, sagt sein Verteidiger. Laut Anwalt Meister hätte die Familie von Olaf H. zu dem mutmaßlichen Kindsmörder gesagt: “Wenn du?s gemacht hast, dann erfordert es der Anstand gegenüber Mircos Eltern, dass du dich ohne Ausreden stellst.“

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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