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Der eingestürzte Rohbau.

Viele Tote befürchtet

Zementfabrik in Bangladesch stürzt ein

Dhaka - Nicht nur die Textilfabriken in Bangladesch weisen oft eine schlechte Bausubstanz auf. Ausgerechnet eine Zementfabrik stürzte nun ein. Dutzende könnten unter den tonnenschweren Trümmern liegen.

Bei dem Einsturz eines Zementfabrik-Rohbaus in Bangladesch sind möglicherweise zahlreiche Menschen getötet worden. Zunächst seien vier Leichen geborgen worden, berichtete die Polizei des Distrikts Bagerhat. 30 Menschen wurden demnach am Donnerstag lebend aus den Trümmern gezogen.

Eine Decke der vierstöckigen Lagerhalle im Industriegebiet Mongla im Süden des Landes war am Mittag herabgestürzt. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich etwa 100 Bauarbeiter im Gebäude aufgehalten, sagte Polizeisprecher Nizamul Hoque Molla unter Berufung auf Anwohner und Mitarbeiter der Zementfabrik.

Mongla liegt im Südwesten des Landes, etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernt. Während des Unfalls hätten etwa 50 bis 60 Arbeiter auf dem Dach des dritten Geschosses gearbeitet, sagte der Augenzeuge Golam Mostafa dem Onlineportal bdnews24.com. Weitere seien im Erdgeschoss gewesen. An den Rettungsarbeiten sind Mitglieder der Feuerwehr, des Zivilschutzes, der Küstenwache und paramilitärische Truppen beteiligt.

Im Entwicklungsland Bangladesch krachen immer wieder Gebäude in sich zusammen - manchmal noch während sie sich im Bau befinden. Das mit Abstand schlimmste Unglück ereignete sich vor fast zwei Jahren, als das mehrstöckige Rana Plaza kollabierte. Mehr als 1100 Menschen starben, die meisten von ihnen Textilarbeiterinnen.

Experten erklären, dass Baufirmen in Bangladesch oft wenig Erfahrung hätten und aus Profitgründen an Materialen sparten. Dann werde weniger Stahl als vorgeschrieben verbaut und weniger Zement als nötig. Die Behörden haben zu wenig Inspektoren, um die Vorgaben zu überprüfen.

dpa

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