Zhao Ziyang ist tot

- Peking - Der frühere chinesische Parteichef Zhao Ziyang, der 1989 wegen seines Widerstandes gegen die militärische Niederschlagung der Demokratiebewegung gestürzt worden war, ist am Montag in Peking gestorben. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Der 85 Jahre alte Reformer hatte seit dem Massaker am 4. Juni 1989 unter Hausarrest gelebt. Seit mehr als 15 Jahren war er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.

Zhao Ziyang lag seit Tagen im Krankenhaus und war nach Angaben aus informierten Kreisen in ein Koma gefallen. Laut Xinhua litt Zhao Ziyang «seit langem an verschiedenen Krankheiten in Verbindung mit dem Herz-Kreislauf-System». Die Staatsagentur sprach vom «Genossen Zhao», erwähnte seine Position als Parteichef allerdings nicht. Er sei bereits mehrfach zur Behandlung im Krankenhaus gewesen. Sein Zustand habe sich kürzlich verschlechtert.

Zhao Ziyang hatte 1989 mit den Forderungen der demonstrierenden Studenten sympathisiert. In dem Machtkampf mit den Konservativen in der Parteiführung um den Einsatz der Volksbefreiungsarmee konnte er sich aber nicht durchsetzen und wurde von allen Ämtern entbunden. Später hieß es, er habe den Fehler begangen, den Aufstand zu unterstützen und die Partei zu spalten.

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