Zittern um Fukushima: Techniker wollen Stromleitung reparieren

Tokio/Washington - Japan zwischen Hoffen und Bangen: Techniker des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima wollen heute versuchen, die defekte Stromversorgung wiederherzustellen.

Sicherheitskräfte planen zudem einen Wasserwerfereinsatz, um die Brennstäbe zu kühlen. Internationale Fachleute beurteilen die Lage aber äußerst kritisch: Laut der US-Atomregulierungsbehörde NRC liegen die Brennstäbe in Reaktor 4 wahrscheinlich komplett frei. Nach Einschätzung französischer Atomexperten droht spätestens an diesem Freitag eine nukleare Verseuchung größeren Ausmaßes. Der AKW-Betreiber Tepco will mit der neuen Stromleitung die defekte Kühlung wieder in Gang bringen. Dies berichtete der staatliche Sender NHK auf seiner Internetseite. Die Stromversorgung war nach dem Beben vom Freitag zusammengebrochen. Am Mittwoch war die Reparatur der Stromversorgung an der hohen Strahlung auf dem Kraftwerksgelände gescheitert.

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Die US-Atomregulierungsbehörde NRC geht davon aus, dass das Abklingbecken im Reaktor 4 defekt und das Wasser abgelaufen ist. Damit lägen die Brennstäbe wahrscheinlich komplett frei, sagte NRC-Direktor Gregory Jaczko laut “New York Times“ in einer Anhörung vor einem Kongress-Ausschuss. “Wir glauben, dass die Strahlenbelastung extrem hoch ist“, sagte Jaczko. Nach Einschätzung des französischen Instituts für Strahlenschutz und Nuklearsicherheit (IRSN) ist mit einer nuklearen Verseuchung größeren Ausmaßes für den Fall zu rechnen, dass die Kühlung der abgebrannten Brennelemente nicht wieder in Gang kommt. “In den nächsten 48 Stunden entscheidet es sich“, sagte IRSN-Direktor Thierry Charles nach Angaben der Agentur AFP.

Die Evakuierung der Gegend um das japanische Atomkraftwerk Fukushima Eins wird laut dem Sender NHK jetzt ausgeweitet: Wegen der Gefahr radioaktiver Verstrahlung müssten weitere 28 000 Menschen in der Präfektur Fukushima ihre Häuser verlassen, meldete der Sender am Donnerstag. Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon überfüllt und könnten keine neuen Flüchtlinge aufnehmen. Deshalb würden die Menschen jetzt auch auf umliegende Präfekturen verteilte. Die US-Regierung machte klar, dass sie die von den japanischen Behörden verordnete Evakuierungszone für deutlich zu klein hält. Auf Anraten der NRC legte sie allen Amerikanern vor Ort nahe, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern um Fukushima zu verlassen. Wer dies nicht könne, solle sich nicht im Freien aufhalten. Die Regierung in Tokio hatte zuletzt Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern evakuiert.

Rubriklistenbild: © dpa

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