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Zivilbevölkerung in Kongo leidet

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- New York/Bonn - Zehntausende Mädchen und junge Frauen sind nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern im Osten Kongos von Milizkämpfern und Soldaten vergewaltigt worden. Viele seien später an den dabei erlittenen Verletzungen gestorben, beklagte die US-Organisation Human Rights Watch (HRW) in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Während es in den Konfliktregionen Kongos praktisch keine Polizei und Justiz mehr gebe, gingen die Vergewaltigungen, die oft ein Mittel der Kriegführung gegen feindliche Volksstämme seien, seit vielen Monaten unvermindert weiter. Trotz der Anwesenheit tausender Soldaten einer UN-Friedenstruppe würden Milizen in Ostkongo jeden Tag hunderte Mädchen und Frauen vergewaltigen und sie dabei oft schlagen. Abgesehen von extrem wenigen Ausnahmen gebe es für die Täter keinerlei Bestrafung.

Nach den HRW-Angaben wurden sogar Kinder von nur drei Jahren vergewaltigt. Immer wieder würden sich derart viele Männer an einzelnen jungen Mädchen vergehen, dass die Opfer an den Folgen der brutalen sexuellen Nötigung sterben.

Die UN hatten in der vergangenen Woche aus Ostkongo berichtet, dass Angehörige von Milizen der verfeindeten Völkerschaften Hema und Lendu in der Provinz Ituri systematisch die Bevölkerung terrorisierten. So hätten Milizkämpfer der Lendu tausende Zivilisten entführt und würden viele von ihnen als "Sexsklaven" missbrauchen.

Unterdessen warnte die Deutsche Welthungerhilfe vor einer Hungerkatastrophe in Ituri. Wegen der neuen Kämpfe nach der Ermordung von neun Blauhelmsoldaten seien viele Menschen wieder auf der Flucht und könnten deshalb ihre Felder mitten in der Anbausaison nicht mehr bestellen. Werde diese neue Spirale der Gewalt nicht gestoppt, seien bald bis zu 500 000 Menschen von Nahrungsmittelknappheit bedroht, erklärte die Organisation in Bonn.

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