Bei dem Feuer in der Silvesternacht starben im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere. Foto: Roland Weihrauch/dpa
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Bei dem Feuer in der Silvesternacht starben im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Bei dem Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Bei dem Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos. Foto: Marcel Kusch/dpa
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Das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos. Foto: Marcel Kusch/dpa
Zoodirektor Wolfgang Dreßen steht vor dem abgebrannten Affenhaus. Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Zoodirektor Wolfgang Dreßen steht vor dem abgebrannten Affenhaus. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Verkohlte Überreste im Inneren das Affenhauses. Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Verkohlte Überreste im Inneren das Affenhauses. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Feuer durch Himmelslaterne

Nach Zoobrand: Suche nach weiteren Mitverantwortlichen

Nach dem Zoobrand in Krefeld gehen die Ermittlungen weiter. Nach derzeitigem Stand wurde das Feuer von einer Himmelslaterne ausgelöst, die drei Frauen losgeschickt hatten. Aber sind sie wirklich die einzig Verantwortlichen?

Update vom 15. Januar 2020: Inzwischen wurde bekannt, dass ein Polizist nach dem Affenhaus-Brand in Krefeld einen Gorilla erschießen musste.

Düsseldorf (dpa) - Bei dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo sieht die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eine moralische Mitverantwortung bei dem Verkäufer der Himmelslaterne, die das Feuer vermutlich ausgelöst hat.

"Wichtig ist auch die Frage, warum solche gefährlichen Gegenstände wie Himmelslichter bei uns so einfach in den Verkehr gebracht werden können, obwohl die Anwendung verboten ist", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" (Samstag). Sie kündigte an: "Dem werden wir nachgehen. Hier scheint mir das Handelsunternehmen, das diese Himmelslichter verkauft hat, zumindest moralisch in der Mitverantwortung zu stehen."

Strengere Tierschutz-Vorgaben für Zoos lehne sie ab: "Ich habe den Eindruck, dass die Zoos in Nordrhein-Westfalen sehr gut geführt werden", sagte Heinen-Esser. "Die Mitarbeiter sind allesamt Tierfreunde, die sich sehr für die Tiere und deren Wohl einsetzen."

Das Affenhaus des Zoos war in der Silvesternacht abgebrannt. Dabei kamen mehr als 30 Tiere, darunter Menschenaffen, ums Leben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass das Feuer durch eine Himmelslaterne ausgelöst wurde. Drei Frauen haben sich gemeldet und gesagt, dass sie die Laterne - und vier andere - hätten losfliegen lassen. Die Laternen sind in Deutschland verboten, können aber im Internet bestellt werden.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" überprüft die Polizei auch die baurechtlichen Gegebenheiten im Zoo. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, ob das verwendete Plexiglas als Material für die Bedachung des Affenhauses geeignet war. Die Polizei wolle dazu auch die Bauakten sichten. Das Feuer hatte sich rasend schnell ausgebreitet. Einen Brandmelder hatte das 1975 errichtete Tropenhaus nicht.

Vor dem Zoo beteiligten sich am Samstag über 100 Menschen an einer Mahnwache. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie "Nun seid ihr endlich frei", "Bei lebendigem Leibe verbrannt" und "Sie haben nicht auf euch aufgepasst".

Aus Sicht des Karlsruher Zoo-Chefs Matthias Reinschmidt ist der Brand kein Anlass, die Affenhaltung in Zoos generell infrage zu stellen. "Wir sehen uns als Zentren der Arterhaltung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans brauche man jeden verfügbaren Platz. Eine Fortsetzung des Zuchtprogramms in den Zoos sei entscheidend für die Zukunft der Menschenaffen, argumentierte Reinschmidt. Von ehemals rund einer Million Orang-Utans auf der Erde gebe es inzwischen nur noch 50 000 in der freien Natur - auch weil immer mehr Wälder abgeholzt würden. Derzeit lebten 1200 Orang-Utans in Zoos. Um die genetische Vielfalt zu sichern, sollten es nach seiner Meinung noch mehr sein. "Es ist deshalb indiskutabel, mit der Menschenaffenhaltung in Zoos aufzuhören", sagte Reinschmidt.

Tierparks sollten aber nach seiner Meinung ihre Brandschutzmaßnahmen anpassen. Denkbar seien etwa neue Feuermelder, mehr Kontrollgänge und eine Art Sicherheitszone um Zoos an Silvester.

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