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Sexy Ernst: Für ein Tête-à-Tête haben Tierschützer eigens eine Liebeshöhle eingerichtet. Fehlt nur noch Yvonne.

Yvonne, Ernst wartet auf dich in der Liebeshöhle! 

Mühldorf - Ernst ist in Yvonnes Revier eingetroffen. Der Bulle soll die entlaufene Waldkuh locken. Für ein Tête-à-Tête haben Tierschützer eigens eine Liebeshöhle eingerichtet.

Die Suche nach der Kuh Yvonne bei Zangberg im Landkreis Mühldorf am Inn wird immer skurriler. Nach tagelangen erfolglosen Aktionen soll nun der ehemalige Zuchtstier Ernst das entlaufene Tier retten. Der Gnadenhof Gut Aiderbichl brachte den elfjährigen Galloway-Ochsen am Mittwoch auf eine Koppel. Nun hoffen die Helfer, dass er Yvonne anlockt. Sie soll wie Ernst auf dem Aiderbichl-Hof in Deggendorf ein neues Zuhause bekommen.

Außerdem versuchte Gut Aiderbichl sogar, über ein Medium mit der Kuh zu sprechen. Eine “Tierkommunikatorin“ habe angeblich Kontakt zu Yvonne aufgenommen. “Wir versuchen einfach alles“, sagte Hans Wintersteller, Gutsverwalter von Gut Aiderbichl. Weder Bauern noch Naturschützer wollten dazu offiziell einen Kommentar abgeben - niemand möchte namentlich im Zusammenhang mit der Aktion Yvonne genannt werden.

Wenn Ruhe einkehrt und es Nacht wird, so hoffen die Aiderbichler, könnte die Ex-Milchkuh aus dem Unterholz kommen. “Mit einem Stier gibt es eine andere Anziehungskraft als mit einer anderen Kuh“, sagte Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser der Nachrichtenagentur dpa. Zwar sei der frühere Zuchtstier kastriert. “Zu einem Liebesverhältnis kann es trotzdem kommen - aber es gibt eben kein Resultat.“ Wenn Yvonne den Stier, der heute Ochse ist, besucht, könnte sie endlich eingefangen werden. Alle drei Wochen würden Kühe “stierig“. “Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Versuch zu starten.“

Laut Aiderbichl-Bauer Christian Kögl, der früher mit Ernst Galloway-Rinder züchtete, soll freilich vor allem der Herdentrieb Yvonne zu dem Ochsen treiben. Denn sicher sei, dass Yvonne es “nicht genießt, allein zu sein“.

Geduldig ließ sich Ernst, der von Zuchtschauen Kameraerfahrung mitbringt, am Mittwoch von Fotografen und TV-Teams ablichten. Für ein Tête-à-Tête mit Yvonne haben die Aiderbichler unter einem roten Zeltdach einen trockenen Lagerplatz mit frischem Stroh und Silage als Leckerbissen eingerichtet. Ernst bleibt allerdings durch einen Zaun von der Freiheit getrennt - schließlich soll er nicht mit Yvonne im Wald verschwinden.

Ob Yvonne das neue Strohbett auch passt, hat Aiderbichler Hans Wintersteller über die “Tierkommunikatorin“ Franziska Matti geklärt. “Sie sagt, das ist für sie ok“, gab Matti für die Kuh weiter, wie auf der Aiderbichl-Homepage in einem Podcast zu hören ist.

Aufhauser hat inzwischen bei dem früheren Besitzer von Yvonne die Geschichte der Kuh erfahren, die früher im Sommer auf einer Alm in Kärnten lebte und Angie hieß. Schon damals sei sie in der Herde aufgefallen und habe gelegentlich einen Abstecher in den Wald gemacht. “Sie war immer eine Individualistin“, berichtet Aufhauser. Ihren neuen Namen erhielt sie von einer Krebspatientin, der das Schicksal der Kuh sehr am Herzen lag.

Yvonne, die als “Kuh, die ein Reh sein will“ bekannt wurde, habe vor ihrer Flucht binnen sieben Monaten angekettet im Stall gestanden. Ein Kälbchen sei ihr nach der Geburt weggenommen worden, und schließlich habe sie binnen vier Tagen drei Mal den Besitzer gewechselt. “Man kann schon sagen, dass sie ein Trauma erlebt hat in diesen sieben Monaten“, sagt Aufhauser. Ochse Ernst, den nichts aus der Ruhe bringt, soll sie nun vor einem möglichen Abschuss retten. Denn wenn sie auf die Straße rennt und damit eine Gefahr für Autofahrer wird, müsste sie notfalls getötet werden.

dpa

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