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Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch Lac-Mégantic nach der Explosion eines Güterzugs.

Zahl der Toten steigt auf fünf

Zugexplosion in Kanada: Kleinstadt verwüstet

Quebec/New York - Eine Reihe gewaltiger Explosionen hat nach einem Güterzugunfall eine Kleinstadt im Südosten Kanadas verwüstet. Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Zugunglück  ist auf fünf gestiegen.

Die Polizei der Provinz Quebec bestätigte am Sonntag, dass nach dem ersten Opfer am Samstag weitere getötete Menschen gefunden wurden. „Und wir müssen leider sagen, dass wir mit noch mehr Toten rechnen müssen“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. „Das Unglück war verheerend und hat den Ort schwer getroffen. Wir müssen uns auf weitere schlechte Nachrichten gefasst machen.“

Noch immer gebe es Dutzende Vermisste.

Ein Güterzug mit Rohöl ist im Osten Kanadas entgleist und explodiert. Das auf das Zugunglück folgende Großfeuer verwüstete die Kleinstadt Lac-Mégantic, wie die regionalen Medien berichteten.

Eine Reihe gewaltiger Detonationen erschütterte nach dem Unfall den Ort, der nur wenige Kilometer von der Grenze zur USA entfernt liegt. Die Kesselwagen mit Rohöl waren aus den Schienen gesprungen und hatten die Katastrophe ausgelöst. Unglücksursache war zunächst unklar.

In einem Amateur-Video bei youtube sieht man Live-Bilder von dem verheerenden Feuer nach dem Zugunglück in Kanada. 

Das „Le Journal de Montréal“ berichtet von fünf oder sechs Explosionen, die Flammen seien kilometerweit zu sehen gewesen. Viele Menschen seien um ihr Leben gerannt. Mindestens 30 Gebäude in dem Städtchen seien zerstört worden. Eine Facebook-Seite sollte helfen, die Vermissten zu finden.

Der Unfall ereignete sich etwa 250 Kilometer östlich von Montreal, etwa eine Stunde nach Mitternacht (Ortszeit). Dem „Journal“ zufolge waren fast alle der 73 Waggons in das Unglück verwickelt. Die Explosionen hätten einen großen Brand in der Stadt ausgelöst. Dutzende Gebäude waren betroffen, etwa 1000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen. Bei der Bekämpfung der Flammen halfen auch Feuerwehrleute aus den nahen USA. Dennoch brannte das Feuer den ganzen Tag, mehr als 20 Stunden.

Mehrere Tote bei Zugexplosion in Kanada

Mehrere Tote bei Zugexplosion in Kanada

Amateurvideos im Netz zeigen schon zu Beginn des Unglücks mächtige Flammen. Zum Entsetzen des filmenden Augenzeugen kommt es dann zu schweren Explosionen, die Flammen schossen Dutzende Meter in den Nachthimmel. Der Unglücksort wurde weiträumig abgesperrt, die Hitze des riesigen Feuers erschwerte die Löscharbeiten. Ein Teil des Rohöls lief in den See, der dem Städtchen seinen Namen gab.

Lac-Mégantic ist eine kleine Stadt mit etwa 6000 Einwohnern. Sie liegt in der französischsprachigen Provinz Québec. 1775 hatten Soldaten der amerikanischen Armee über den gleichnamigen See versucht, das britische Kanada zu erobern. Sie scheiterten jedoch bald.

dpa

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