Zugunglück in Montenegro

- Belgrad - Beim schwersten Zugunglück in der Geschichte Montenegros sind 44 Menschen ums Leben gekommen und 198 Reisende verletzt worden. Das berichtete am Dienstag in Podgorica der Direktor der örtlichen Klinik, Miodrag Djurovic. Die Zahl der Opfer könne sich noch weiter erhöhen, weil mindestens 14 Menschen noch in Lebensgefahr schwebten. Ein voll besetzter Regionalzug war am Montag in der Nähe der Hauptstadt offenbar wegen Bremsversagens entgleist. Vier Waggons waren aus den Schienen gesprungen und 50 Meter tief in die Schlucht des Moraca-Flusses gestürzt.

Ein Untersuchungsrichter begann mit der Untersuchung der Unglücksursache. Zunächst sei der ebenfalls verletzte Lokführer befragt worden. Nach Berichten Überlebender hatte der Zug kurz vor dem Unglück mit technischen Schwierigkeiten angehalten, war dann aber weiter gefahren.

Die Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Als erste Reaktion waren der Verkehrsminister und der Bahnchef zurückgetreten. Die Bahntrasse im gebirgigen Hinterland der südlichen Adriaküste gilt als gefährlich, weil seit Jahrzehnten nur notdürftig repariert worden war.

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