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Der Zustand der schwerverletzten Soldatin ist stabil. Am Samstag wurden zwei ihrer Kameraden getötet.

Getötete Soldaten: Doch kein Selbstmordanschlag 

Kabul - Der Zustand der bei einem Bobmenanschlag schwer verletzten Soldatin ist laut einem Sprecher der Bundeswehr stabil. Entgegen erster Meldungen handelt es sich wahrscheinlich doch nicht um einen Selbstmordanschlag.

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Der Gesundheitszustand der bei einem Bombenanschlag der Taliban in Afghanistan schwer verletzten Bundeswehr-Soldatin ist “derzeit stabil“. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam am Montag. Gegenwärtig werde geplant, die Soldatin am Dienstag aus dem Einsatzlazarett in Masar-i-Scharif nach Deutschland auszufliegen.

Bei dem Anschlag auf ein Treffen hochrangiger Sicherheitskräfte in Talokan in der nordafghanischen Provinz Tachar waren am Samstag zwei Bundeswehrsoldaten getötet und sechs weitere verletzt worden. Während die Soldatin schwere Verletzungen erlitt, kamen die anderen vier Soldaten mit leichten Verletzungen davon.

Die beiden am Samstag getöteten Bundeswehrsoldaten sowie ein schon am Mittwoch bei einem Sprengstoffanschlag in der Provinz Kundus ums Leben gekommener Kamerad sind bereits auf dem Weg in die Heimat. Die Särge sollen am Montagabend am Flughafen Köln-Wahn eintreffen, teilte die Bundeswehr mit.

Die Internationale Schutztruppe Isaf geht nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen inzwischen nicht mehr davon aus, dass ein Selbstmordattentäter den Anschlag im nordafghanischen Talokan verübt hat. 

Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich während einer Indien-Reise sehr besorgt über die Lage in Afghanistan, ließ aber keinen Zweifel an der Fortsetzung der bisherigen Strategie am Hindukusch. “Es gibt schreckliche Rückschläge“, sagte er. “Trotzdem müssen wir jetzt geordnet die Abzugsperspektive umsetzen.“

Kern der Afghanistan-Strategie der internationalen Staatengemeinschaft ist das so genannte “Partnering“, die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte in engster Zusammenarbeit auch an vorderster Front. Der Anschlag in Talokan hatte die Diskussion über dieses Konzept wieder angeheizt, weil der oder die Attentäter unter den Uniformierten vermutet wurden.

Der afghanische Geheimdienst überraschte am Montag mit dem Ermittlungsergebnis, dass der Sprengsatz ein oder zwei Tage vor dem Anschlag in der Eingangshalle des Gebäudes versteckt und dann ferngezündet wurde. Der oder die Attentäter müssten Verbindungen in das Büro des Gouverneurs haben, sagte NDS-Sprecher Lutfullah Maschal der Nachrichtenagentur dpa in Kabul. Sprengstoffexperten seien zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen versteckten Sprengsatz und nicht um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Zudem seien weder Leiche noch Körperteile eines Attentäters gefunden worden. Es habe erste Festnahmen gegeben.

Wenige Stunden später bestätigte auch die Isaf die Ermittlungsergebnisse im Kern. “Es hat sich allem Anschein nach nicht um einen Selbstmordattentäter gehandelt, sondern um einen ferngezündeten Sprengsatz in oder an einer Gebäudewand“, sagte ein Sprecher in Masar-i-Scharif der Nachrichtenagentur dpa. “Die Feststellungen des afghanischen Geheimdienstes decken sich mit ersten Untersuchungsergebnissen von Isaf.“

Die Isaf entschuldigte sich unterdessen für die versehentliche Tötung mehrerer Kinder und Zivilisten bei einem Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand. Nach Angaben der Provinzregierung waren bei dem Bombardement in der Nacht zu Sonntag zwölf Kinder und zwei Frauen getötet worden. Der Isaf-Regionalkommandeur, US-Generalmajor John Toolan, sprach in einer Mitteilung von neun getöteten Zivilisten.

dpa

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