+
Knapp drei Minuten lang appelliert die elfjährige Nada al-Ahdal an ihre Eltern und auch die von anderen Kindern, Abstand von der Zwangsheirat zu nehmen

Bewegendes Video einer Elfjährigen

Zwangsheirat? "Dann bringe ich mich um"

  • schließen

Jemen - Nada al-Ahdal ist erst elf Jahre alt. Trotzdem wollen ihre Eltern sie verheiraten. In einem bewegenden YouTube-Video macht Nada al-Ahdal auf ihr Schicksal aufmerksam und droht mit Selbstmord.

Nada al-Ahdal, ein elfjähriges Mädchen aus dem Jemen, ist von zu Hause weggelaufen. Der Grund: Ihre Eltern hatten eine Ehe für sie arrangiert. In einer Video-Botschaft wirft sie ihrer Familie nun vor, ihre Träume zerstört zu haben und sagt, dass sie sich lieber umbringen würde, als ihre Kindheit für eine Ehe aufzugeben.

Hier geht's zu Nada al-Ahdals YouTube-Video

Das Video mit den englischen Untertiteln haben bei YouTube innerhalb von nur drei Tagen knapp 6,5 Millionen Menschen gesehen (Stand Mittwochmittag, 24.07.2013). Viele andere haben den knapp dreiminütigen Clip auch auf ihren eigenen Accounts hochgeladen.

Jetzt geht Nada al-Ahdals Geschichte um die Welt. Zahlreiche Medien berichten darüber. Doch nicht nur ihr Schicksal bewegt, sondern auch das Auftreten des Mädchens: Die bildhübsche Elfjährige spricht mit fester Stimme und sieht dabei die meiste Zeit direkt in die Kamera. Als sie von anderen Kindern mit ähnlichem Schicksal erzählt und davon, dass viele von ihnen Selbstmord begangen haben, schimmern Tränen in ihren Augen - aber sie weint nicht.

Nada: "Nur zu, verheiratet mich. Ich werde mich tötet - einfach so"

Nada al-Ahdal nutzt die Video-Botschaft auch, um an alle Eltern zu appellieren, die ihre Töchter und Söhne zu einer Heirat zwingen wollen: "Was haben die Kinder falsch gemacht? Warum verheiratet ihr sie einfach? (...) Ich bin nicht die Einzige. Es gibt viele Fälle wie meinen. Manche Kinder haben sich dazu entschlossen, ins Meer zu springen. Sie sind jetzt tot." Über sich selbst sagt die Elfjährige: "Ich hätte kein Leben, keine Ausbildung (wenn ich heirate). Mir ginge es besser, wenn ich tot wäre. Ich würde lieber sterben. (...) Nur zu, verheiratet mich. Ich werde mich töten - einfach so."

Nada al-Ahdals Onkel berichtet gegenüber der Nachrichtenseite "Now.", dass ihre Eltern sie schon im Alter von nur zehn Jahren und drei Monaten verheiraten wollten. Er habe sie zu sich geholt und sie dem an ihr interessierten Mann wieder ausgeredet. Ihren Eltern habe das nicht gefallen und sie hatten darauf bestanden, dass Nada wieder bei ihnen lebt. Doch als sie daraufhin versuchten, die Elfjährige erneut zu verheirateten, floh das Mädchen. Inzwischen lebt sie wieder bei ihrem Onkel.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eurojackpot am 20.07.2018: Hier finden Sie heute die aktuellen Gewinnzahlen
Eurojackpot am 20.07.2018: Hier finden Sie heute die aktuellen Gewinnzahlen der europäischen Lotterie vom Freitag. Heute liegen 23 Millionen Euro im Jackpot.
Eurojackpot am 20.07.2018: Hier finden Sie heute die aktuellen Gewinnzahlen
Wurde 16-jähriger Sulemane ermordet? Polizei sucht dringend Zeugen
Wurde der 16-jährige Sulemane ermordet? Am Dienstag wurde Sulemane Vicente MACELE tot aus dem Main geborgen. Jetzt hat die Polizei einen Verdacht.
Wurde 16-jähriger Sulemane ermordet? Polizei sucht dringend Zeugen
Weltkriegsgranate explodiert in Transporter-Kofferraum auf Autobahn
Eine Granate explodierte im Kofferraum eines Pickups des Kampfmittelräumdienstes  mitten auf der Autobahn.
Weltkriegsgranate explodiert in Transporter-Kofferraum auf Autobahn
Verletzte in Lübeck bei Gewalttat in Linienbus
Großeinsatz für die Polizei in Lübeck: In einem Linienbus greift ein Mann unvermittelt Fahrgäste an. Die Polizei kann den Angreifer stellen. Die Hintergründe der Tat …
Verletzte in Lübeck bei Gewalttat in Linienbus

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion