In China

Zwei Männer wegen Mordes an Mönch zum Tode verurteilt

Chengdu - Die chinesische Justiz hat zwei Männer zum Tode verurteilt, die einen bekannten britischen Mönch aus Habgier erstochen haben sollen.

Wie staatliche Medien am Montag berichteten, verhängte ein Gericht in Chengdu die Todesstrafe wegen der Ermordung des Mönchs Akong Tulku Rinpoche sowie zwei weiteren Männern. Ein Gericht in Zheijiang hob derweil eine vor mehr als zwei Jahrzehnten gegen einen Mann verhängte Todesstrafe "mangels Beweisen" auf.

Akong war 2013 tot in seinem Haus in Chengdu im Südwesten Chinas gefunden worden. Die Verurteilten sollen den Mitgründer des schottischen Samye Ling Klosters, seinen Neffen und seinen Fahrer im Streit um 2,7 Millionen Yuan (etwa 320.000 Euro) erstochen haben. Ein Komplize wurde zu drei Jahren Haft verurteilt worden, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur China News Service meldete.

Gründete erstes tibetisches Kloster in Europa

Akong war 1959 aus Tibet geflohen und hatte 1967 das buddhistische Kloster im Süden Schottlands mit gegründet. Samye Ling war das erste tibetische Kloster in Europa. Es wurde zur Pilgerstätte für Künstler und Musiker wie den kanadischen Sänger Leonard Cohen. Auch der Dalai Lama war dort zu Gast. Rinpoche ist ein Ehrentitel für Gelehrte des tibetischen Buddhismus.

Derweil sprach ein Gericht in der östlichen Provinz Zheijiang den inhaftierten Chen Men frei, der wegen Ermordung eines Mannes im November 1994 in Hainan zum Tode verurteilt worden war. In einer Erklärung des Richters hieß es, Chen sei in zwei Verfahren nur auf der Grundlage "widersprüchlicher Geständnisse" verurteilt worden.

Chinas Justiz steht unter enger Kontrolle der regierenden Kommunistischen Partei. Diese hat angesichts zunehmender Proteste zugesagt, mögliche Fehlurteile zu überprüfen und gegebenenfalls aufzuheben.

Widerrechtliche Hinrichtung

Von den Verurteilten, die in den vergangenen Jahren im nachhinein freigesprochen wurden, ist Chen den Staatsmedien zufolge derjenige, der die längste Zeit im Gefängnis war. Für andere kamen die Entlastungsurteile zu spät.

Ein Gericht der Inneren Mongolei erklärte 2014 einen Mann namens Hugjiltu für unschuldig, der 1996 im Alter von 18 Jahren wegen Vergewaltigung und Ermordung einer Frau hingerichtet worden war. Die Unschuldserklärung erfolgte neun Jahre, nachdem ein anderer Mann das Verbrechen gestanden hatte und seinerseits zum Tode verurteilt worden war.

Im Zusammenhang mit Hugjiltus widerrechtlicher Hinrichtung wurden 27 Gerichts- und Polizeifunktionäre "bestraft", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntagabend meldete. Sie wurden demnach getadelt und ermahnt. Gegen einen Funktionär werde weiter ermittelt, hieß es.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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