Großangelegter Polizeieinsatz

Zwei mutmaßliche IS-Unterstützer festgenommen

Aachen - Bei einem Polizeieinsatz in mehreren Bundesländern sind zwei mutmaßliche Unterstützer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) und einer anderen ausländischen Terrorgruppe festgenommen worden.

Zwei aus Tunesien und Russland stammende Männer seien in Aachen festgenommen worden, gegen sie habe ein Haftbefehl vorgelegen, teilte Generalbundesanwalt Harald Range mit. Die beiden anderen Beschuldigten seien vorläufig festgenommen worden.

Der Einsatz erstreckte sich den Angaben zufolge auf Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Neben den Wohnungen der Männer aus Tunesien und Russland seien auch die Wohnungen von 13 weiteren mutmaßlichen Unterstützern des IS und der Vereinigung Ahrar al Sham durchsucht worden. Beide Gruppen wollen "mit terroristischen Mitteln einen allein auf der Scharia gegründeten Gottesstaat" errichten, wie der Generalbundesanwalt mitteilte.

Dem 38-jährigen Tunesier wird laut Generalbundesanwalt unter anderem vorgeworfen, den IS seit Juli 2013 von Deutschland aus unterstützt zu haben. Er soll der Dschihadistengruppe unter anderem Kleidung und Bargeld zur Verfügung gestellt haben. Zudem steht er im Verdacht, einen 17-Jährigen aus Deutschland über die Türkei zum IS nach Syrien geschleust zu haben. Der 28-jährige Mann aus Russland soll ihm dabei geholfen haben.

Einige der weiteren Beschuldigten sollen 7500 Stiefel, 6000 Militärparkas und hundert Militärhemden im Wert von mehr als 130.000 Euro an die Ahrar al Sham geliefert haben. Sie stünden deshalb im Verdacht, eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.

Derweil fürchten die deutschen Sicherheitsbehörden laut einem Bericht des Magazins "Focus" gewalttätige Ausschreitungen zwischen Kurden und Anhängern der Terrormiliz IS in deutschen Großstädten. Das Blatt bezieht sich auf eine interne Analyse des Bundesinnenministeriums, laut der vor dem Hintergrund der Kämpfe zwischen Kurden und der IS ein brutaler Stellvertreter-Krieg in Deutschland zu erwarten sei. Auch Türken, Jesiden und Tschetschenen gelten demnach als potenzielle Gewalttäter.

Dem Bericht zufolge können die deutschen Nachrichtendienste belegen, dass die seit 1993 in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Aufmärsche in Deutschland generalstabsmäßig von Brüssel aus steuert. "Kein deutscher Verein ist besser strukturiert als die PKK", zitierte das Magazin einen Verfassungsschützer.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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