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Polizisten suchen das am 10. Januar das Gelände um eine Baracke in Ichtershausen ab. Spaziergänger fanden hier eine der beiden Leichen.

Spaziergänger fanden Leiche

Zwei tote Babys: Mutter und ihr Ex-Freund unter Verdacht

Ichtershausen - Erneut sorgt ein Fund von Babyleichen für Entsetzen. In Thüringen stehen eine 29 Jahre alte Mutter und ihr Ex-Freund unter Verdacht.

Nach dem Fund zweier Babyleichen in Thüringen hat das Amtsgericht Erfurt Haftbefehl gegen die 29 Jahre alte Mutter und ihren Ex-Freund erlassen. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Mittwochabend. Gegen die Frau wird wegen Totschlags durch Unterlassen ermittelt, der 34-jährige Mann steht unter Mordverdacht. Sie waren am Dienstag vorläufig festgenommen worden.

Eine Spaziergängerin hatte am Sonntag in einem Waldstück in Ichtershausen nahe einer früheren Fabrik die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, der laut rechtsmedizinischer Untersuchung bei der Geburt noch gelebt hat. Am Montag wurden weitere Knochenteile entdeckt - sterbliche Überreste eines zweiten Babys, wie der Leiter der Kriminalpolizei Gotha, Matthias Kehr, am Mittwoch sagte.

Die Frau habe in den Vernehmungen eingeräumt, im Herbst 2014 und im Herbst 2015 jeweils ein Kind geboren zu haben, sagte Kehr. Dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannes Grünseisen zufolge sagte die 29-Jährige in den Vernehmungen, dass ihr damaliger Lebensgefährte die Kinder in Handtücher gewickelt und in Plastiktüten „weggebracht“ habe. Der Mann bestreitet die Tatvorwürfe. Er will laut Staatsanwaltschaft weder etwas von der Schwangerschaft noch von der Entbindung seiner Freundin bemerkt haben. Die genaue Todesursache ist bislang unklar. In Deutschland hatten in den vergangenen Jahren wiederholt Fälle getöteter Neugeborener Aufsehen erregt.

Bei dem am Sonntag nahe der früheren Nadelfabrik gefundenen Baby handelt es sich laut Polizei um das mutmaßlich im vergangenen Herbst geborene Kind. Die später entdeckten Knochenstücke stammen von dem ein Jahr zuvor zur Welt gekommenen Baby. Zu dessen Geschlecht konnten die Ermittler noch nichts sagen, weitere Untersuchungen seien dazu nötig. Die sterblichen Überreste seien stark verwest gewesen.

Ein Journalist hatte die Plastiktüte mit den Knochenteilen nach dem Fund des ersten Kindes entdeckt. Die Polizei hatte zwar zuvor mit einem Leichenspürhund gesucht - doch dieser habe nicht angeschlagen, hieß es. Laut Polizei ist der Fundort, der unweit der Wohnung der Frau liegt, nicht der Tatort.

Auf die Spur der arbeitslosen Frau, die noch zwei weitere Kinder im Alter von 6 und 13 Jahren hat und inzwischen mit einem anderen Mann zusammenlebt, war die Polizei nach Hinweisen aus der Bevölkerung gekommen. Zeugen sei aufgefallen, dass die Frau im vergangenen Sommer schwanger gewesen sei, dann aber kein Baby bei sich hatte, so Kehr. In den Vernehmungen hatte sie von Drogensucht gesprochen. Laut Polizei ist sie ebenso wie der verdächtigte Mann nicht vorbestraft.

Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Eine Arbeitsgruppe der Polizei ermittelt derzeit im Bekanntenkreis der Verdächtigen.

dpa

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